Wohnkomplex in Vollbrand: Sturm sorgt für extreme Brandausbreitung

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Die verkohlte Fassade in der Bargmannstraße. Foto: Feuerwehr Essen, Riße

In Essen hat es in der vergangenen Nacht einen verheerenden Wohnhausbrand gegeben. Dabei wurde ein großer Wohnkomplex mit ca. 100 Bewohnern nahezu völlig zerstört. Als der erste Notruf Bein der Feuerwehr Essen einging, war die Rede noch von einem Balkonbrand. Bis zum Eintreffen der ersten Kräfte der nahegelegenen Feuerwache Mitte hatte sich die Lage dramatisch weiterentwickelt“, so ein Sprecher der Feuerwehr Essen. Denn Sturmtief Antonia war gerade über die Stadt gezogen und hatte stürmische Böen bis hin zu schweren Sturmböen im Gepäck. Das sorgte offenbar dafür, dass sich die Flammen extrem ausbreiteten und Fassade und weitere Balkone entzündeten. Das Gebäude mit einer Fassadenlänge von etwa 65 Metern ist in vier Geschosse aufgeteilt und mit einer Wärmedämmverbundfassade ausgestattet. Die Balkone hatten eine vorgehängte Kunststoffbekleidung und ebensolche Abtrennungen untereinander. Hier konnte das Feuer durch den Wind beschleunigt entlanglaufen und durch geborstene Fensterscheiben auch in die Wohnungen eindringen. Selbst an 15 Metern entfernt stehenden Gebäuden ließ die Wärmestrahlung Rollläden schmelzen und Scheiben bersten. Die Feuerwehr war mit einem Großaufgebot vor Ort. Sämtliche Bewohner sind evakuiert worden, verletzt wurde ersten Angaben zufolge niemand ernsthaft, drei Personen seien in eine Klinik gebracht worden. Erst in den Morgenstunden hatte die Feuerwehr den Brand unter Kontrolle. Statiker beurteilten große Teile des Wohnblocks als einsturzgefährdet. Die Polizei ermittelt zur Brandursache.