Horka: Hat ein Molotovcocktail den Brand ausgelöst?

Nach dem verheerenden Feld- und Waldbrand am Samstagnachmittag in Horka bei Crostwitz herrscht bei den Anwohnern ein mulmiges Gefühl. Beinahe wären die Grundstücke von den Flammen erreicht worden. Nur durch den schnellen und ehrgeizigen Einsatz der Feuerwehr konnte das verhindert werden. Dennoch sitzt der Schock tief, vor allem, wenn es um die Brandursache geht. Die war laut Angaben des Einsatzleiters der Feuerwehr am Samstagabend noch völlig unklar. Das Feuer sei an einer Böschung am Abzweig der S101 ausgebrochen, das war sicher. Doch könnte es auch mutwillig gelegt worden sein? Anwohner aus dem Nachbarort berichten davon, gesehen zu haben, wie die Feuerwehr an der mutmaßlichen Ausbruchsstelle eine verdächtige Flasche fand. Diese soll einem Molotowcocktail ähnlich gesehen haben, es steckte sogar noch der Rest eines Stoff-Fetzens darin. Einsatzkräfte konnten das vor Ort weder bestätigen, noch dementieren. Trotzdem merkt man vielen die Beunruhigung an. Hat tatsächlich jemand mit Absicht dafür gesorgt, dass 30 Hektar Stoppelfeld und sieben Hektar Wald in Flammen aufgehen? Und dabei in Kauf genommen, dass auch Menschen zu Schaden kommen? Denn das Feuer hatte sich durch den Wind extrem schnell ausgebreitet, war sogar bis in ein Grundstück gelaufen. Die Bewohner des Hauses retteten sich auf die Straße, flüchteten vor den Flammen. Die Feuerwehr konnte den Brand jedoch aufhalten, bevor er das Haus erreichte. Und auch am Ortseingang Horka waren die Flammen der Ortschaft sehr nahe gekommen. Nur eine Riegelstellung konnte hier dafür sorgen, dass der Ort verschont blieb. Insgesamt waren 180 Einsatzkräfte aus dem gesamten Landkreis im Einsatz. Neben den vielen Einsatzfahrzeugen aus den umliegenden Gemeinden waren auch mehr als 30 Tanklöschfahrzeuge vor Ort. Beinahe alle, welche die Region zu bieten hat. Mit vereinten Kräften konnte man den Brand schließlich löschen, auch die Landwirte haben ihren Teil dazu beigetragen und mit Wasser-Fässern und dem Pflügen von Schneisen unterstützt. Vor Ort wurden mehrere Einsatzabschnitte gebildet, um den Einsatz besser zu strukturieren und geordnet abarbeiten zu können. Ein schnell gebildeter Bereitstellungsraum sorgte dafür, dass die vielen anrückenden Kräfte ordentlich eingeteilt werden konnten. Die Wasserentnahmestelle an der Milchviehanlage war beinahe geleert worden, man zog daher auch noch Löschwasser aus einem Steinbruch. Ein Feuerwehrmann erlitt während der Löscharbeiten ein Rauchgasintoxikation und wurde ins Krankenhaus gebracht. Heute wird sicher noch eine Kontrolle der Brandstelle durchgeführt, es könnten sich noch Glutnester im Erdreich verbergen.

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