Schwerer Unfall mit anschließender Personensuche

Auf der A4 bei Ohorn hat sich am späten Sonntag Abend ein schwerer Verkehrsunfall ereignet. gegen 22:30 Uhr wurde die Feuerwehr Ohorn gemeinsam mit nahegelegenen Rettungskräften auf den Abschnitt zwischen Ohorn und Pulsnitz alarmiert. Hier war ein BMW mit hoher Geschwindigkeit in das Heck eines Mercedes gekracht. Der Aufprall war so stark, dass der BMA gegen einen Baum geschleudert wurde und auch der Mercedes völlig zerstört wurde. Mehrere Verkehrszeichen wurden herumgeschleudert, ein wahres Trümmerfeld erwartete die Einsatzkräfte.
Der 27-jährige BMW-Fahrer, der ersten Angaben zufolge unter dem Einfluss von Drogen stand, wurde schwer verletzt. Auch die beiden Insassen des Mercedes mussten schwer verletzt in ein Krankenhaus gebracht werden. In einem der Fahrzeuge befand sich darüber hinaus noch ein Hund, den es zu betreuen galt. Da ein nahegelgener Tierschutzverein nicht erreicht werden konnte wurde die Berufsfeuerwehr Bautzen alarmiert. Diese besitzt ein Spezialfahrzeug mit einem Käfig, um Tiere zu transportieren. Durch den Kameraden aus Bautzen wurde der Hund dann zur weiteren Versorgung in das Tierheim Bloaschütz verbracht.
Beim Fahrer des Mercedes saß der Schock offenbar so tief, dass er nicht mehr genau wusste, wie viele Personen zum Unfallzeitpunkt in seinem Auto saßen. Auch nach sofort eingeleiteten weiteren Ermittlungen in der Heimat der verunglückten Familie konnte nicht ausgeschlossen werden, dass sich möglicherweise tatsächlich weitere Personen in dem Pkw befanden und die Unfallstelle unbemerkt verlassen hatten. Der Einsatzleiter der Feuerwehr entschied sich deshalb, die Ortswehren aus Pulsnitz, Großröhrsdorf und Ohorn selbst nachzualarmieren. Auch die Rettungshundestaffel Sachsen-Ost e.V. wurde hinzugezogen, um im nahegelegenen Wald nach möglichen Verletzten zu suchen. Zum Einsatz kam auch die Wärmebildkamera der Feuerwehr Pulsnitz, mit der man die Umgebung bis ins Gewerbegebiet Bretnig absuchte. Letztendlich traf gegen 3.30 Uhr ein Hubschrauber der Bundespolizei ein, welcher dann die Suche aus der Luft übernahm. Trotz aller Bemühungen konnten keine Personen gefunden werden.
Während der Dauer des Einsatzes wurde die Autobahn in Richtung Dresden durch das THW Kamenz voll gesperrt. Der Verkehr wurde an der Autobahnanschlussstelle Ohorn heruntergeleitet. Dies hatte anfangs zur Folge, dass der gesamte Schwerverkehr durch die eigentlich für LKW gesperrte Innenstadt von Pulsnitz gelenkt wurde. Nach einer Beschwerde der Pulsnitzer Bürgermeisterin schritt die Polizei hier ein und sperrte die Verbindungsstraße von Ohorn nach Pulsnitz. Der Verkehr wurde so über die Ohorner Schulstraße zur Hauswalder Straße bis zur Röderstraße geleitet, von wo aus die Fahrzeuge dann über Bretnig und Großröhrsdorf zur Autobahnanschlussstelle Pulsnitz fahren konnten.
Die Folge waren überfüllte Straßen und dazu ein langer Rückstau auf der A4 bis in Höhe der Ortslage Burkau. Zu bemängeln war hier wieder die nicht vorhandene Rettungsgasse. Die LKW reihten sich teilweise auf drei Spuren ein, obwohl nur zwei Spuren vorgesehen sind. Viele Fernfahrer nutzten außerdem den Standstreifen, um ihre Ruhepausen einzuhalten. Immer wieder bahnten sich Einsatzfahrzeuge von Polizei und Rettungshundestaffel mühsam ihren Weg durch den Stau, wodurch letztendlich wertvolle Zeit verloren ging. Grundsätzlih gilt in Deutschland: Schon bei Staubildung ist eine Rettungsgasse gesetzlich vorgeschrieben.

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