Hoyerswerda: Nazi-Übergriff morgen vor Gericht

Prozess mit heftigen Vorwürfen am Dienstag Morgen am Amtsgericht Hoyerswerda. Im Oktober 2012 soll es in der Zuse-Stadt einen Übergriff auf ein Pärchen gegeben haben, bei dem die Polizei nicht sofort eingriff. Damals überfielen etwa 15 der rechten Szene zuzuordnende Personen die Wohnung des betroffenen Pärchens. Zum einen wurden Naziparolen gerufen, zum anderen machte man heftigen Terror im Hausflur. Es wurde versucht die Wohnungstür aufzubrechen, untermalt von Morddrohungen und Gewaltausrufen. Den vor Ort geeilten Beamten wird vorgeworfen, nichts unternommen zu haben. „Erst als die Angreifer von sich aus zu einer nahe gelegenen Tankstelle weiterzogen, nahmen die inzwischen mit Verstärkung anwesenden PolizistInnen Personalien auf“, ist auf der Internetseite der Initiative Progrom 91 zu lesen. Nach dem Übergriff zögerte das Pärchen nicht lange und zog weg von Hoyerswerda – aus Angst vor weiteren Übergriffen und auch nach einem Ratschlag der Polizei. Mittlerweile haben die beiden aber einige der Angreifer angezeigt. Gegen acht von ihnen soll morgen der Prozess beginnen. Beide Seiten rufen seit einiger Zeit auf Internetplattformen zu Solidarität auf. Es ist damit zu rechnen, dass der Verhandlungssaal gut gefüllt sein wird. Der Prozess soll um 10 Uhr beginnen. (RL)