Gemecker von Anwohnern: Der Feuerwehr Boxberg reichts!

Der Freiwilligen Feuerwehr Boxberg/O.L. reicht’s! In den vergangenen Monaten mussten sich die ehrenamtlichen Kameraden mit jeder Menge unnötigen Kommentaren von Anwohnern und Kritikern herumplagen. Auf ihrer Facebook-Seite lassen die Einsatzkräfte jetzt den durchaus gerechtfertigten Dampf ab. Denn vor allem wegen dieser drei Dinge ärgern sich die Kameraden so richtig:

  • vor etwa elf Monaten wurde die Feuerwehr als völlig ahnungslos abgestempelt, da sie rund 24 Stunden brauchte, um ein im Eis eingebrochenes Auto zu bergen
  • Bei einem Waldbrand vor etwa acht Monaten gab es Beschwerden, dass die Feuerwehr zu laut sei
  • Beim Brand vor kurzem in Bad Muskau wurde der FFW vorgeworfen, grundlos mit Matinshorn gefahren zu sein. Außerdem sei die Nachtruhe durch die Sirene im Ort gestört worden

Dabei zitiert die Feuerwehr Boxberg auf ihrer Faceookseite den Kommentar eines mutmaßlichen Anwohners wie folgt (Rechtschreibung übernommen): „Mann kann aber in der nacht ohne martinshorn los fahren reicht ja schon dass die Sirene geht es gibt auch noch Leute die schichten arbeiten u früher raus müssen vorallen Kinder die dann nicht mehr schlafen können […]“ 

Dass so wenig Verständnis für die ehrenamtliche Arbeit der Kameradne aufgebracht wird, ärgert die Männer und Frauen der FFW Boxberg mächtig. Sie sind Tag und Nacht für das Wohle der Gesellschaft da und antworten dem Kritiker:

„Wenn uns eine Alarmierung mitten in der Nacht zu einem Großbrand eines Hotels ruft, geht man mit normalem menschlichen Gedanken davon aus, dass erhebliche Sachwerte oder gar Menschenleben in Gefahr sind“, so Felix Werner von der FFW Boxberg. Er erklärt in dem Facebook-Post, dass es auch Vorschriften gibt, die einzuhalten sind. Demnach sei in §35 und 38 StVO geregelt wann und wie Blaulicht und Martinshorn zu nutzen sei. Das Sondersignal diene einzig und allein der besseren Wahrnehmung in Gefahrenbereichen im Straßenverkehr und somit der Sicherheit der Einsatzkräfte und aller anderen Verkehrsteilnehmer. „Außerdem ist der Einsatz dieser Signalanlagen Voraussetzung dafür, gegen Vorschriften im Straßenverkehr in einem vertretbaren und definierten Maße zu verstoßen“, so Felix Werner weiter. Konkret sieht die Gesetzeslage so aus, dass alleine das Blaulicht im Fall der Fälle nicht ausreicht. Das sogenannte Wegerecht greift nur, wenn auch ein akustisches Signal, also das sogenannte Martinshorn, mit eingeschaltet wird. Kommt es zu einem Unfall und es war kein Martinshorn eingeschaltet, kann dies für die Kameraden erhebliche Konsequenzen mit sich bringen.

Und auch die Sirene ist ein unabdingbares Mittel in der Alarmierung. Sie dient dazu, dass so viele Kameraden wie möglich geweckt werden, um schnell ins Gerätehaus zu kommen. Hier werden dann die Einsatzfahrzeuge besetzt, ehe man binnen weniger Minuten ausrückt. Alle der Kameraden haben zuvor im Bett gelegen und geschlafen. Und die Feuerwehrleute müssen je nach Dauer des Einsatzes unter Umständen sogar danach selbst noch auf Arbeit. Die Anwohner hingegen können sich nach Ausklingen des Sirenensignals wieder umdrehen und weiterschlafen.

Besonders dreist: Solche Vorwürfe scheinen auch aus den eigenen Reihen zu kommen. Denn die FFW Boxberg schreibt bei Facebook: „Schade, dass dieses Denken selbst in den Köpfen ehemaliger Kameraden herrscht.“

Die Feuerwehr Boxberg und auch jede andere Einsatzkraft von sämtlichen Hilfsorganisation würde sich freuen, wenn man in Zukunft nie wieder mit solchen Vorwürfen konfrontiert würde und vielleicht lieber einmal etwas mehr Unterstützung und Wertschätzung der restlichen Gesellschaft erfahren dürfte, heißt es weiter.

 

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