Sensationstourismus: Dreiste Schaulustige im Tornado-Gebiet um Paderborn

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Nach dem Tornado in und um Paderborn hat die Polizei aufgrund von unbelehrbaren Schaulustigen mehrere Einsätze fahren müssen. Die Polizei spricht von einem regelrechten „Sensationstourismus“. Einer Pressemeldung zufolge habe es dutzend Platzverweise vor Ort geben müssen. Außerdem ermittelt man nun nach drei Strafanzeigen.

Konkret hatten Gaffer im Schadensgebiet Absperrungen entfernt oder waren einfach hindurchgeklettert. Ein privater Sicherheitsdienst hatte die Aufsicht für ein betroffenes Areal übernommen, die Anweisungen der Wachleute wurden von Schaulustigen aber missachtet. „Auch Handwerker und geschädigte Hausbesitzer beschwerten sich mehrfach über Schaulustige, die Aufräum- und Reparaturarbeiten behinderten“, so ein Polizeisprecher. Ganz dreist war sogar ein Autofahrer, der auf die Absperrung eines Dachdecker-Hubsteigers reagierte. Der Dachdecker war gerade dabei, sein Fahrzeug für eine Dachreparatur aufzustellen, wobei der Verkehr kurzzeitig zum Rangieren angehalten wurde. „Ein Autofahrer fuhr bedrohlich auf den Dachdecker zu und bremste erst kurz vor ihm ab. Er beleidigte den Handwerker, fuhr ihm über einen Fuß und entfernte sich dann“, so die Polizei.

Doch die Gaffer und uneinsichtigen Autofahrer sind nicht das einzige Problem. Auch Plünderer hat der Tornado offenbar angezogen. Zum Beispiel in einem Textilgeschäft, bei welchem durch den Sturm die Ladentür zerstört worden war. Hier sollen Unbekannte Kleidung im Wert von mehreren Tausend Euro gestohlen haben.

Als sei das alles noch nicht genug, so sind auch gefälschte Spendenaufrufe im Umlauf. Auf Internetplattformen wurde angegeben, im Auftrag der Stadtverwaltung Spenden für die Tornado-Opfer zu sammeln. Hier hat die Polizei Ermittlungen wegen des Verdachts des Betruges aufgenommen.

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