Haselbachtal: Anschlag auf Asylbewerberunterkunft

Dass das geplante Asylbewerberheim im Haselbachtaler Ortsteil Häslich nicht willkommen ist, das verraten bereits die Banner an den Gartenzäunen der Nachbarn. „Asylheim – Nein Danke!“ prangt zum Beispiel auf einem der weißen Tücher mit dicker, roter Schrift. Doch das sich ein Vorfall, wie am Sonntag Morgen ereignen wird, damit hatten selbst die Anwohner nicht gerechet. „Schon früh bei Zeiten rückte ein Polizeiauto nach dem anderen an“, erzählt Johann Hoffmann, der direkt gegenüber wohnt. Er hatte das Geschehen genau beobachtet, konnte sich aber nicht genau erklären, was in der alten Kindergrippe vor sich ging. „Man hat sich erzählt, hier wären Einbrecher am Werk gewesen und hätten im ganzen Haus die Wasserhähne aufgedreht“, so der Rentner weiter. Ein Sprecher der Polizeidirektion Görlitz sagte am Montag Mittag: „Der Vorfall ist der Polizei bekannt, das Operative Abwehrzentrum setzt sich mit dem Sachverhalt auseinander“. Genauere Einzelheiten könne man aber noch nicht Preis geben. Fakt ist: Auch ein Fährtenhund kam am Sonntag zum Einsatz. Er verfolgte eine Spur, die sich in der Nachbarschaft verlor. Eine Nachbarschaft, in der die Pläne für ein Asylheim nicht gerade gern gesehen sind. 35 Flüchtlinge sollen hier ab März diesen Jahres untergebracht werden. Das Landratsamt hatte in der vergangenen Woche die Anwohner informiert, dass der Eigentümer des Gebäudes seine Räumlichkeiten vermieten würde. Und nun begann bereits der Umbau des Hauses. „Es kann nicht sein, dass man hier mit Baumaßnahmen anfängt, ohne vorher einmal mit den Anwohnern zu sprechen“, beklagt sich Johann Hoffmann über die Vorgehensweise der Behörden. Doch dass jemand zu solchen Mitteln greift und einen Anschlag auf das geplante Heim ausübt, dass kann sich auch der Rentner nicht vorstellen. Er hofft, dass am Dienstag Abend in einer Versammlung Klarheit geschaffen wird und man endlich auch Interesse an der Meinung der Bürger zeigt. (RL)