Das war die Landeskatastrophenschutzübung „Schöna 2019“

Die Landeskatastrophenschutzübung „Schöna 2019“ ist Geschichte! Rund 930 deutsche und tschechische Einsatzkräfte haben gestern im Elbsandsteingebirge den Ernstfall geprobt. Das Szenario: Während einer Unwetterlage sind viele Kräfte bereits im Einsatz, als ein mit rund 300 Personen besetzter Zug in einen Erdrutsch gerät und verunglückt. Um kurz nach 17 Uhr wird Alarm in Reinhardtsdorf-Schöna und Umgebung ausgelöst. Hand in Hand beginnt die technische Rettung aus dem Verunglückten Zug. Zahlreiche Verletzte und Betroffene werden zu einer Patientenablage gebracht, von wo aus man diese dann zur Verletztensammelstelle bringt. Die topografische Lage könnte kaum ungünstiger sein. Die Einsatzstelle befindet sich an einer Hanglage direkt am Elbufer, es gibt nur eine Zufahrt über einen schmalen Radweg. Mit Schleifkorbtragen müssen die Patienten über Steckleitern den häng hinabtransportiert und dann mit RTWs und KTWs zum Sammelplatz gebracht werden. Auch der Weg über das Wasser wird gewählt, mit Booten und einer Fähre bringt man Verletzte und auch Einsatzkräfte von einer Elbseite zur anderen. Am Verletztensammelplatz geht es weiter. Hier werden die Patienten gesichtet und in Kategorien eingeteilt. Am Ende stellt sich die Aufteilung der Verletzten wie folgt dar:

  • Verletzungsgrad NICHT DRINGEND: 180 Personen
  • Verletzungsgrad DRINGEND: 60 Personen
  • Verletzungsgrad SOFORT: 45 Personen
  • Verletzungsgrad HOFFNUNGSLOS: 15 Personen

Anschließend erfolgt hier die Entscheidung, wohin der Verletzte als nächstes kommt. Zum Einen gibt es in Leupoldishain einen Behandlungsplatz BHP 50, der von der Medizinischen Task Force (MTF) aufgebaut wurde. Aber auch sechs Kliniken, zwei davon in Tschechien, können von den Kräften angefahren werden. Nicht nur bodengebunden über Rettungsfahrzeuge, sondern auch mit einem Rettungshubschrauber aus Tschechien, der zwei Mal während der Übung zum Einsatz kommt. Um das alles zu koordinieren gibt es eine technische Einsatzleitung bestehend aus verschiedenen Komponenten. Die Polizei unterstützt bei der Durchführung und Sichert den Verkehrsraum entsprechend ab, damit alle Kräfte arbeiten können. Neben den Feuerwehr- und Rettungskräften aus der Region waren auch etliche Einheiten aus anderen Landkreisen, sowie aus verschiedensten Hilfsorganisationen in das Übungsgeschehen eingebunden. Um ca. 22 Uhr war die Übung beendet. In den kommenden Monaten soll alles genauestens ausgewertet werden.