20 Jahre danach: Was der Brand im Gotthard-Tunnel alles veränderte

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Es ist heute genau 20 Jahre her: die verheerende Brandkatastrophe im Gotthard-Tunnel in der Schweiz am 24. Oktober 2001. Elf Menschen starben damals, nachdem zwei LKW in der Tunnelröhre frontal ineinanderstießen und in Flammen aufgingen. Das Feuer brannte so stark, dass es im Tunnel zeitweise bis zu 1200 Grad heiß wurde. Nicht alle Autofahrer konnten sich ins Freie oder in Schutzräume retten, einige verbrannten hilflos im Inneren des Tunnels. Seitdem wurden nicht nur in der Schweiz, sondern in ganz Europa viele Sicherheitsmaßnahmen erhöht, angepasst und ergänzt. Das hat zur Folge, dass es nun, 20 Jahre nach dem Unglück, weniger Unfälle gibt, als damals. Nicht nur bauliche Maßnahmen wurden im Gotthard-Tunnel getroffen, sondern auch Abläufe angepasst und Personal geschult. Zu einer besondere Maßnahme gehören Wärmemessungen. Jeder LKW wird beispielsweise vor der Tunneleinfahrt auf Wärme gemessen. Ist er zu heiß, beispielsweise durch einen überhitzten Motor oder heißgelaufene Bremsen, wird er noch bevor er in den Tunnel einfährt gestoppt. Auch die Beleuchtung wurde überarbeitet. Nicht nur der Verkehrsfluss ist dadurch besser gekennzeichnet, auch die Fluchtwege sind deutlicher markiert und auch bei Rauch besser zu sehen. Aktuell wird am Gotthard eine weitere Tunnelröhre vorbereitet, sodass voraussichtlich ab dem Jahr 2032 ohne Gegenverkehr gefahren werden kann und dann hoffentlich noch weniger Unfälle passieren. Nicht nur hier, sondern dank der vielen Sicherheitsvorkehrungen auch in vielen anderen Tunneln in ganz Europa.