Nach dem großflächigen Stromausfall im südwestlichen Berlin ist die Stromversorgung am Mittwoch, 7. Januar 2026, weitgehend wiederhergestellt worden. Der Netzbetreiber Stromnetz Berlin und weitere Einsatzkräfte hatten seit dem Brandanschlag an einer Kabelbrücke intensiv daran gearbeitet, die Versorgung für alle betroffenen Haushalte und Gewerbetreibenden wieder aufzunehmen. Alle Anschlüsse sollten im heutigen Tagesverlauf wieder am Netz gewesen sein.
Hintergrund des Ausfalls
Am 3. Januar 2026 gegen 6:13 Uhr war es in Steglitz-Zehlendorf zu einem Brand an einer Kabelbrücke über dem Teltowkanal nahe dem Heizkraftwerk Lichterfelde gekommen. Dadurch wurden mehrere Hoch- und Mittelspannungskabel beschädigt, was einen großflächigen Stromausfall zur Folge hatte. Betroffen waren rund 45.000 Haushalte und etwa 2.200 Gewerbekunden in den Ortsteilen Nikolassee, Zehlendorf, Wannsee und Lichterfelde.
Reparatur und Wiederanschluss
Die Arbeiten zur Wiederherstellung der Stromversorgung liefen rund um die Uhr. Früher als ursprünglich prognostiziert, zunächst war die vollständige Versorgung erst für den 8. Januar erwartet worden, konnte der Netzbetrieb am Mittwoch, dem 7. Januar wieder aufgenommen werden. Ein Sprecher von Stromnetz Berlin bestätigte, dass alle Haushalte im Laufe des Tages wieder ans Netz angeschlossen werden sollten.
Trotz der Wiederherstellung kann es in den kommenden Tagen vereinzelt zu kurzfristigen Unterbrechungen kommen, etwa durch den Übergang von Notstromaggregaten zum regulären Netzbetrieb.
Lageentwicklung und Infrastruktur
Schulen im Bezirk Steglitz-Zehlendorf bleiben vorsorglich bis Ende der Woche geschlossen, da Sicherheits- und Heizsysteme noch geprüft werden müssen. Es gibt weiterhin Notbetreuung.
Ursache und Ermittlungen
Zu dem Brandanschlag hatte sich bereits kurz nach dem Vorfall eine linksextreme Gruppierung bekannt, die sogenannte „Vulkangruppe“. Der Staatsschutz geht davon aus, dass der Brand vorsätzlich gelegt wurde; die Originalität eines Bekennerschreibens wurde als vorerst glaubwürdig eingestuft. Die Bundesanwaltschaft hat die Ermittlungen übernommen. Aktuell laufen in den Medien auch Diskussionen, ob das Schreiben möglicherweise doch gefälscht worden sein könnte und Spuren eventuell nach Russland führen könnten. Die Ergebnisse der Ermittlungen sind noch offen.
Reaktionen und Ausblick
Berlins Regierender Bürgermeister betonte nach dem Wiederanschluss die Bedeutung der kritischen Infrastruktur-Sicherung und künftiger Schutzmaßnahmen. Zugleich dankte er allen beteiligten Einsatzkräften für ihren Einsatz unter schwierigen winterlichen Bedingungen.
Für Anwohner und Gewerbetreibende gelten weiterhin technische Hinweise zur sicheren Nutzung elektrischer Geräte nach dem Wiederanschluss, etwa nachträgliche Prüfung von Heizungs- oder empfindlicher Elektronik. Behörden empfehlen, starke Verbraucher vorerst getrennt zu lassen, um Spannungsspitzen zu vermeiden.









