Am 3. Januar 2026 ist es im Berliner Südwesten zu einem massiven Stromausfall gekommen, der rund 45.000 Haushalte und über 2.000 Gewerbekunden in den Bezirken Nikolassee, Zehlendorf, Wannsee und Lichterfelde betroffen hat. Ursache war ein Brand an einer Kabelbrücke über dem Teltowkanal in Lichterfelde, bei dem mehrere Hoch- und Mittelspannungskabel beschädigt wurden. Stromnetz Berlin klassifiziert den Vorfall als Großschadenslage. Eine vollständige Versorgung wird voraussichtlich erst am Donnerstagnachmittag, 8. Januar 2026, wiederhergestellt werden können.
Die Feuerwehr löschte den Brand, die Polizei ermittelt wegen Verdachts auf Brandstiftung. Es liegt ein Bekennerschreiben einer linksextremistischen Gruppierung („Vulkangruppe“) vor, dessen Echtheit noch geprüft wird, zudem wird der Vorfall als politisch motivierter Anschlag bewertet.
Auswirkungen und Lage vor Ort
- Heizung, Internet, Mobilfunk: In vielen Haushalten funktionieren Heizungen und digitale Dienste nicht mehr, weil die Stromversorgung ausgefallen ist.
- Infrastruktur: Auch S-Bahn- und Regionalverkehr sind in betroffenen Abschnitten unterbrochen.
- Witterung: Die Lage verschärft sich durch winterliche Bedingungen mit Schnee und Minusgraden, was die Versorgung von Bewohnern ohne Strom zusätzlich schwierig macht.
Einsatz und Hilfe
- Polizei, Feuerwehr, THW: Großeinsatzkräfte sind vor Ort, das Technische Hilfswerk unterstützt mit mobilen Aggregaten, Informationspunkten und Hilfeleistungen für Betroffene.
- Notunterkünfte: Bezirksamt und Hilfsorganisationen haben mehrere Notunterkünfte und Anlaufstellen eingerichtet, wo Betroffene sich aufwärmen, ihre Handys laden und auch übernachten können.Hilfsmaßnahmen: Hotels in Berlin bieten zum Teil Sonderkonditionen für Betroffene an.
- Öffentliche Dienste: Polizei und Behörden rufen zur Ruhe und Wachsamkeit auf und informieren über Hotlines und Anlaufstellen.
Bewertung der Lage
Der Vorfall gilt als einer der größten deutschen Stromausfälle der jüngeren Zeit und zeigt die Anfälligkeit kritischer Infrastruktur bei gezielten Angriffen. Die Ermittlungen durch den staatlichen Landeskriminalamt-Staatsschutz laufen, um Herkunft und Verantwortliche eindeutig zu klären.







