Kaschwitz: Personalprobleme bei Gebäudebrand

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Dass die Tageseinsatzbereitschaft vieler Feuerwehren auf der Kippe steht ist kein Geheimnis. Gerade auf den Dörfern sind tagsüber kaum Einsatzkräfte greifbar, sodass meist flächendeckend alarmiert wird. Dass dieser Plan nicht immer aufgeht, hat am heutigen Dienstag ein Einsatz in der Nähe von Panschwitz-Kuckau gezeigt. Hier brannte es in einem Nebengebäude. Bis eine stabile Wasserversorgung aufgebaut war, dauerte es fast 40 Minuten.

Alles begann um 15.20 Uhr, als in Kaschwitz und Panschwitz-Kuckau die Sirenen ertönten. Die beiden Wehren wurden zu einem Schuppenbrand gerufen. Hierfür gilt das Stichwort Mittelbrand. Sobald der Disponent in der Leitstelle dieses in den PC eingibt, werden automatisch die benötigten Feuerwehren alarmiert. Das wurde zuvor von den Gemeindewehrleitern festgelegt. Im Fall Kaschwitzjedoch reichte dies nicht aus. Die örtliche Feuerwehr besitzt nur einen Barkas B1000, welcher als Kleinlöschfahrzeug fungiert. Lediglich ein einziger Kamerad war greifbar, um das Fahrzeug zum Brandort zu lenken. Gut 20 Minuten nach Alarm traf auch der IFA W50 von Panschwitz-Kuckau an der Einsatzstelle ein. Nicht zuletzt, da auch die alte Technik auf der kilometerlangen Fahrt an ihre Grenzen stößt. Sofort leitete der Einsatzleiter erste Maßnahmen ein, erkundete die Lage, sprach mit den Eigentümern und ließ einen Angriffstrupp mit schwerem Atemschutz ausrüsten. Währenddessen war der Kaschwitzer Kamerad mit seinem B1000 am benachbarten Dorfteich auf sich allein gestellt. Nur durch Zufall kam ein Feuerwehrmann aus Pulsnitz vor Ort und half dem Mann gemeinsam mit einem Passanten, eine Wasserversorgung herzustellen. Anschließend ging man zu Außenangriff vor, ehe schließlich der Angriffstrupp von Panschwitz-Kuckau zum Innenangriff vorgehen konnte. Bis dahin waren aber schon fast 40 Minuten vergangen! Im weiteren Verlauf rückten noch die Feuerwehren aus Kamenz, Burkau, Rauschwitz und anderen Orten an. Mit vereinten Kräften konnte dann rasch schlimmeres Verhindert werden. Im Gebäude selbst entstand jedoch ein hoher Schaden. Verletzt wurde zum Glück niemand.

Trotz der wenigen Einsaztkräfte und der veralteten Technik haben die Kameraden ihr Bestes gegeben und korrekt gehandelt. Es wurde zeitnah nachalarmiert und die Technik genutzt, die vor Ort war. Alle bewahrten einen kühlen Kopf und stürzten sich nicht mit sinnlosen Heldentaten ins Verderben. Dennoch ist klar: in Zukunft muss rasch eine Lösung für die mangelhafte Tageseinsatzbereitschaft gefunden werden. Dass man auf dem richtigen Weg ist, zeigt das Konzept „Feuerwehr2020“ des Freistaates Sachsen. Die Probleme wurden erkannt und analysiert – nun liegt es daran sie zu lösen. Vor allem aus der Politik sollte hier vielleicht noch der ein oder andere Punkt mehr Anklang finden. (RL, RK, JL)