Großröhrsdorf: Weil ihn Asylbewerber nervten – Anwohner täuscht Angriff vor

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Nachdem sich in der vergangenen Woche ein 23-jähriger Großröhrsdorfer bei der Polizei meldete und schilderte, dass er von einem „Mann mit südländischem Aussehen“ angegriffen und verletzt wurde, sind jetzt neue erschreckende Tatsachen ans Tageslicht gekommen. Wie die Staatsanwaltschaft Görlitz mitteilte, haben Ermittlungen ergeben, dass dieser Angriff niemals stattgefunden hat. Der 23-jährige hatte damals angegeben, unweit der Notunterkunft für Asylbewerber angegriffen worden zu sein. Den Notruf setzte er aber erst eine halbe Stunde nach der vermeintlichen Tat ab. Die weiteren Ermittlungen zum Tathergang erbrachten ebenfalls einige Unstimmigkeiten. „Damit konfrontiert, räumte der 23 Jahre alte Anzeigeerstatter ein, seine Angaben erfunden und sich die Verletzungen selbst zugefügt zu haben“, so ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Görlitz. Der Beschuldigte soll eigeräumt haben, die erfundene Tat Ausländern in die Schuhe geschoben zu haben, weil diese seit Tagen in Großröhrsdorf „Blödsinn machen“ würden. Nun wurden Ermittlungen wegen des Vortäuschens einer Straftat eingeleitet. Dem Großröhrsdorfer drohen bis zu drei Jahre Haft oder eine Geldstrafe. Kurz nach dem vermeintlichen Angriff entschied sich das Landratsamt, die Unterkunft noch bis Weihnachten zu schließen. (RL)

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