Darum heulten heute die Sirenen wie bei einer Katastrophe

Gegen Mittag wird es heute bei vielen Familien im Landkreis Sächsische Schweiz – Osterzgebirge einen kleinen Gänsehautmoment gegeben haben. In jeder Gemeinde schrillten punkt 12 Uhr die Sirenen. Das sind viele sicherlich gewohnt, gerade weil ein Großteil der Feuerwehren per Sirene alarmiert wird und man hin und wieder das dreifache Aufheulen dazu bemerkt. Doch diesmal war ein anderer Ton zu hören. Das sogenannte „Warnsignal 3“ oder auch „Warnung der Bevölkerung“ wurde von der Leitstelle ausgelöst. So war eine ganze Minute lang ein auf- und abschwellender Heulton zu hören. Im Ernstfall würde das heißen, dass für die Bevölkerung eine Gefahr besteht. Das kann ein Katastrophenfall sein, ein Chemieunfall bei dem giftige Dämpfe freigesetzt werden oder eine andere für die Allgemeinheit gefährliche Situation. Doch nicht jeder weiß, wie er sich in so einem Falle verhalten soll. Sollte dieser Alarm außerhalb einer angekündigten Probe zu hören sein, dann sind folgende Verhaltenshinweise zu beachten:

  • Ruhe bewahren und nicht in Panik geraten
  • Gebäude oder die eigene Wohnung aufsuchen und dort verbleiben
  • Fenster und Türen schließen, sowie Klimaanlagen abschalten
  • Nachbarn informieren, falls diese den Alarm nicht mitbekommen haben
  • regionalen Radiosender einschalten und Sicherheitshinweise beachten
  • den Notruf 110 oder 112 nur im dringenden Notfall benutzen

Außerdem sollte sich jeder einen ausreichenden Vorrat an Batterien, Konserven und Trinkwasser anlegen. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe hat dazu eine Checkliste herausgegeben.
Das Signal „Warnung der Bevölkerung“ wird beispielsweise bei Hochwasser, chemischen Bedrohungen oder Großbränden mit giftiger Rauchentwicklungen angewendet. Es ist nicht mit dem normalen Feueralarm zu verwechseln, bei dem die Sirenen drei Mal mit einem langgezogenen Ton aufheulen. Der Landkreis Sächsische Schweiz – Osterzgebirge testet alle von den Kommunen vorgehaltenen Sirenen zur Überprüfung der Übertragungswege sowie der Funktionsfähigkeit der Warneinrichtungen mit einem Testlauf jährlich am zweiten Samstag im Oktober.