Chemie-Einsatz in Bautzener Altstadt

In der Bautzener Altstadt hat es am Sonntagabend einen ABC-Einsatz der Feuerwehr gegeben. Gegen 19:00 Uhr rückten die ersten Kräfte zu einem Wohnhaus auf der Wendischen Straße aus. Hier war die Polizei bereits vor Ort, da Nachbarn komischen Geruch aus einer Wohnung wahrnahmen. Letztendlich stellte man fest, dass eine Wohnung in einem Mehrfamilienhaus zu einem Labor umfunktioniert wurde. Ein Mieter hatte hier Unmengen an Chemikalien gebunkert, um verschiedene Experimente durchzuführen. Laut Angaben des Oberbürgermeisters war es offenbar das Hauptziel des Mannes, mithilfe von Chemikalien Gold von Computerbauteilen zu lösen. Der Hobby-Chemiker habe sich die entsprechenden Kenntnisse im Internet angeeignet und sei dieser Tätigkeit zu Hause wohl schön längere Zeit nachgegangen. Wie der Bürgermeister schilderte, habe der Mann selber zugegeben, dass seine Experimente schon schief gingen. Am Pfingstwochenende solle es eine Verpuffung gegeben haben. Doch der Mann habe sich nichts dabei gedacht und weiter in unklaren Dimensionen mit den Chemikalien hantiert. Laut dem OB handelte es sich vor allem um sogenanntes „Königswasser“ – einer Verbindung aus konzentrierter Salz- und Salpetersäure. Da noch etliche weitere unbekannte Stoffe in der Wohnung waren, rückten Spezialkräfte von der Feuerwehr an, um zu messen, ob eine Gefahr für die Nachbarn bestand. Unter sogenannten Chemikalienschutzanzügen gingen die Kräfte in das Haus vor und verschafften sich einen Überblick über die Lage. Für unmittelbare Nachbarn bestand keine Gefahr mehr. Der betroffene Mieter jedoch darf vorerst nicht in seine Wohnung zurück. Sie wurde versiegelt und wird von der Polizei bewacht. Am Montagvormittag soll entschieden werden, wie es weitergeht. Dazu wird auch eine Fachfirma mit Chemie-Spezialisten hinzugezogen. Der Hobby-Chemiker kommt unterdessen wo anders unter. Für eine Festnahme lagen vorerst keine Gründe vor, erste Ermittlungen würden erst anlaufen.