Chaos oder ein ganz normaler Wintertag? Der 9. Januar 2019

Es ist etwa 5 Uhr morgens am 9. Januar 2019. Um kurz nach Mitternacht hat Schneefall eingesetzt, die ersten Frühaufsteher räumen die Fußwege frei und bereiten alles für den kommenden Berufs- und Schülerverkehr vor. Und auch der Winterdienst hat erste Bahnen geschoben. Trotzdem schneit es immer weiter und die frisch geschobenen Fahrbahnen sind sofort wieder weiß. Und auch wenn die Winterlichen Verhältnisse bei weitem noch nicht mit denen in Süddeutschland zu vergleichen sind, so sorgt der Wintereinbruch dennoch bereits wenige Stunden nach Beginn des Schneefalls für erste Behinderungen. Auf der Bischofswerdaer Straße in Pulsnitz steht der erste LKW an einer Steigung. Die Straße ist einfach zu rutschig, sodass der Laster aus eigener Kraft nicht voran kommt.

Kurz darauf erwischt es den nächsten LKW-Fahrer, diesmal bei Bautzen. Auf der S106 unweit der Autobahn-Auffahrt Salzenforst  ist ein Sattelzug in den Graben gerutscht. Passiert ist hier zum Glück niemandem etwas, die Straße ist jedoch halbseitig blockiert. Feuerwehr und Polizei sind vor Ort, um das Geschehen abzusichern, bis der LKW geborgen werden kann.

Zurück in Pulsnitz brauchen Zugreisende viel Geduld. Die Bahn von Kamenz nach Dresden steht im Pulsnitzer Bahnhof und rührt sich nicht. Es ist schon nach 8 Uhr und einige Fahrgäste sitzen bereits seit zwei Stunden auf ihrem Platz. Zwar ist der Zug zwischendurch von Pulsnitz zurück nach Kamenz und danach wieder nach Pulsnitz gefahren. An ihrem Ziel in Dresden sind die Reisenden dennoch nicht angekommen. Erst um 8:30 Uhr geht es weiter nach Dresden. Offenbar ist eine technische Störung für die Verspätung verantwortlich.

Kurz darauf gibt es zurück in Pulsnitz den nächsten Unfall. Auf der glatten Straße am Eierberg kommt ein Auto von der Fahrbahn ab und rutscht einen kleinen Abhang hinab. Dabei überfährt der Wagen einen Baum und wird stark beschädigt. Auch hier bleibt es beim Blechschaden, verletzt wird niemand.

Nur wenige hundert Meter auf der anderen Seite des Eierberges steht ebenfalls ein LKW, der es alleine nicht schafft, die Steigung hinauf zu fahren. Denn es schneit immer weiter und die Straßen werden zur Rutschbahn.

Das muss auch der Fahrer eines LKW auf der Pulsnitzer Seite des Eierberges feststellen. Sein Sattelzug bleibt an der Steigung stehen und rutscht ein Stück rückwärts, bis er sich quer stellt. Der Winterdienst streut die Gefahrenstelle zwar ab, dem Laster kann aber nur die Feuerwehr und ein Bergedienst helfen.

Nur wenige Kilometer weiter passiert auf der selben Straße ein weiterer LKW-Unfall. Zwischen Leppersdorf und Radeberg kommt ein spanischer Sattelzug kurz nach einer Kuppe ausgangs einer Kurve nach links von der Fahrbahn ab. Das Gespann landte auf einem angrenzenden Feld und bleibt im tiefen Schnee stecken. Der Fahrer blieb unverletzt, der LKW kann erst am folgenden tag geborgen werden.

Auch am Abend schneit es immer noch. Mittlerweile gibt es zwar weniger Unfälle – die Einsatzkräfte von Feuerwehr und Polizei haben aber ein ganz anderes Problem. Die Schneelast auf dem Bäumen wird langsam immer größer. Die Äste kommen an ihre Belastungsgrenzen und so gibt es immer wieder Schneebruch. Äste Brechen ab oder ganze Bäume kippen um. Wie hier in Großröhrsdorf muss die Feuerwehr in ganz Ostsachsen zu dutzenden Einsätzen ausrücken. Auch in Oberlichtenau kippt ein Baum um, die Straße nach Großnaundorf blieb gesperrt. Erst als die Feuerwehr den Baum zersägt und die Fahrbahn frei macht, können Autofahrer die Strecke wieder passieren.

Anders sieht es am nächsten Tag auf der Bundesstraße B6 zwischen Fischbach und Rossendorf aus. Auch hier kippen Bäume um und eine Vielzahl an Ästen droht auf die Straße zu stürzen. Kurzerhand entschied man sich, die Strecke zu sperren und eine Umleitung einzurichten. Zu groß ist die Gefahr, dass vorbeifahrende Autos von herabstürzenden Ästen getroffen werden könnten. Und die Situation wird sich in den kommenden Tagen kaum entspannen. Die Temperaturen steigen wieder an und der Schneefall soll in Regen übergehen. Das kann zur Folge haben, dass die Last auf den Bäumen noch größer wird und weiterhin mit Schneebruch zu rechnen ist. Spaziergänge im Wald sollten daher vermieden werden. Und auch Autofahrten durch Waldstücke sollten mit größter Sorgfalt erfolgen.