
Waldbrandgefahrenstufe 4, am nächsten Tag sogar Stufe 5, die höchste Stufe in Griechenland: Ein Reporter des Blaulicht-Magazins hat die Freiwillige Feuerwehr Vyronas am Rand von Athen über mehrere Schichten begleitet. Die dritte Folge der Videoreihe aus Griechenland zeigt, wie die Einsatzkräfte bei extremer Brandgefahr arbeiten.
Stufe 4: Sperren, Verbote und Patrouillen
Mit Stufe 4 gelten im Einsatzgebiet weitreichende Einschränkungen. Der Zugang zum Wald ist verboten, Zufahrten sind mit Schranken gesperrt. Wer sich dennoch im Wald aufhält, muss mit einer Strafe rechnen und wird herausgeholt. Arbeiten im Freien, bei denen Hitze oder Funken entstehen, etwa mit dem Winkelschleifer oder beim Schweißen, sind untersagt, ebenso Grillen und Kochen im Freien. Feuerwehr und Polizei sind im Gebiet unterwegs, Hubschrauber fliegen Patrouille in zugewiesenen Bereichen, die Feuerwehr setzt zusätzlich Drohnen ein.
Die Fahrzeuge der Feuerwehr Vyronas stehen an solchen Tagen nicht im Gerätehaus, sondern an festgelegten Punkten im Gelände. Bei dieser sogenannten stationären Patrouille stand das Waldbrand-Tanklöschfahrzeug an einem Platz zwischen Stadtrand und Waldgebiet, an dem sich auch ein großer Wassertank befindet. Von dort aus kann die Besatzung in beide Richtungen schnell ausrücken.
Alarmierung über den Funk
Anders als in Deutschland löst keine Leitstelle Pager oder Alarm-App aus. Die Besatzungen hören den ganzen Tag den Funk mit. Wird ein Einsatz im eigenen Gebiet durchgegeben, fahren die Fahrzeuge in der Nähe selbstständig an. Bei überörtlichen Einsätzen werden einzelne Fahrzeuge konkret angefordert. Nach den Beobachtungen vor Ort ist das Fahrzeug dann innerhalb von etwa 10 bis 20 Sekunden unterwegs. Auf einem Tablet sehen die Einsatzkräfte zudem die laufenden Einsätze in der Region mit eingesetzten Fahrzeugen und Kräften.
Das Waldbrandfahrzeug
Besetzt wurde ein Waldbrand-Tanklöschfahrzeug vom Typ Renault Camiva CCF aus Frankreich mit rund 3000 Litern Wasser, freistehender Heckpumpe und Schnellangriffshaspel. Mitgeführt werden vor allem D-Schläuche, außerdem C- und B-Schläuche sowie Schlauchpakete mit 30 Metern, die die Einsatzkräfte über dem Körper tragen. Die Ausstattung ist bewusst einfach gehalten: Schläuche lassen sich bei einer Fluchtfahrt schnell abkuppeln, ohne eine Haspel aufrollen zu müssen.
Auf der Wache stehen außerdem zwei Tanklöschfahrzeuge mit jeweils 10.000 Litern, ein kleines, wendiges Fahrzeug vom Hersteller Bremach für die Brandbekämpfung in engen Straßen sowie mehrere Pick-ups.
Stufe 5: Militär und starker Wind
Am folgenden Tag galt Stufe 5. Angekündigt waren Windgeschwindigkeiten von etwa 70 bis 80 Kilometern pro Stunde in der Spitze. Zusätzlich zu Feuerwehr und Polizei war nun auch das Militär im Einsatz, bestreifte Gebiete und war an festgelegten Punkten präsent. Ziel der Sperrungen ist nicht nur, Brände durch Menschen zu verhindern, sondern auch, dass im Brandfall niemand im Wald eingeschlossen wird. Ein Hubschrauber kreiste durchgehend über dem Hymettos, dem Bergmassiv, das die Feuerwehr Vyronas schützt. Die Wache war bereits ab dem Vormittag besetzt.
Einsatz wegen Rauch an der Hauptstraße
Im Laufe des Tages wurde Rauch in der Nähe einer Hauptstraße in Vyronas gemeldet. Die genaue Lage war zunächst unklar. Wegen der hohen Gefahr fuhren nach Einschätzung des Reporters rund 15 Fahrzeuge aus der Region an. Die Besatzung rüstete sich während der Fahrt aus. Vor Ort stellte sich heraus, dass vermutlich eine Zigarette auf dem Mittelstreifen ein kleines Feuer verursacht hatte, das im Wind von selbst ausgegangen war.
Bei einer anschließenden Fahrt zu einem anderen Standort fiel am Waldbrandfahrzeug das Gaspedal aus. Die Besatzung brachte das Fahrzeug zurück zur Wache, die Patrouille wurde mit einem Pick-up fortgesetzt.
Hintergrund
Griechenland veröffentlicht während der Waldbrandsaison täglich eine Karte mit fünf Gefahrenstufen. Stufe 4 steht für sehr hohe Brandgefahr, Stufe 5 für extreme Brandgefahr mit Alarmzustand. In der Region Attika galt im August mehrfach Stufe 4 oder 5. Wenige Tage vor dem Aufenthalt hatte ein Großbrand bei Porto Germeno nordwestlich von Athen große Flächen und zahlreiche Gebäude zerstört.
Während des insgesamt zehntägigen Aufenthalts blieb es im Einsatzgebiet der Feuerwehr Vyronas ruhig: Es gab mehrere Meldungen über Rauchentwicklung, aber keinen Waldbrand. Die Brände in dieser Zeit lagen außerhalb des Ausrückebereichs.
Das vollständige Video ist auf dem YouTube-Kanal des Blaulicht-Magazins zu sehen.
Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung erstellt und redaktionell geprüft.


