
Ein verheerender Wald- und Vegetationsbrand hat in der Nacht zum Freitag die kroatische Adriaküste bei Omiš heimgesucht. Angetrieben von starkem Wind breiteten sich die Flammen von Lokva Rogoznica bis in Richtung der Stadt Omiš aus. Häuser und Fahrzeuge wurden ein Raub der Flammen, zahlreiche Menschen mussten ihre Unterkünfte verlassen. Mindestens 36 Menschen wurden verletzt – sieben von ihnen schweben nach Angaben des Krankenhauses in Split in Lebensgefahr.
Der Brand war am Donnerstagabend, 13. August 2026, im Bereich Lokva Rogoznica, südöstlich von Omiš, ausgebrochen. Was zunächst als Vegetationsbrand begann, entwickelte sich innerhalb weniger Stunden zu einer dramatischen Einsatzlage. Starker Wind trieb das Feuer durch ausgetrocknete Vegetation und Kiefernwälder über die Hänge entlang der Adriaküste.
In der Nacht erreichten die Flammen schließlich bebaute Gebiete. Besonders betroffen beziehungsweise bedroht waren unter anderem Lokva Rogoznica sowie die Bereiche Nemira, Brzet und Borak bei Omiš.
Mehr als 150 Feuerwehrleute im nächtlichen Einsatz
Für die kroatischen Feuerwehren entwickelte sich der Brand zu einem der schwierigsten Einsätze der laufenden Waldbrandsaison. Nach Angaben kroatischer Behörden kämpften in der Nacht 157 Feuerwehrleute mit 44 Fahrzeugen gegen die Flammen. Weitere Kräfte wurden zur Unterstützung in die Region beordert.
Die Einsatzbedingungen waren extrem. Neben dem starken Wind erschwerten die steilen und teilweise nur schwer zugänglichen Hänge die Brandbekämpfung. Gleichzeitig mussten die Einsatzkräfte Gebäude verteidigen, Menschen aus gefährdeten Bereichen bringen und bereits entstandene Objektbrände bekämpfen.
Der kroatische Feuerwehrchef Slavko Tucaković bezeichnete den Brand als den bislang schlimmsten Waldbrand dieses Sommers.
Mit Tagesanbruch konnten schließlich auch Löschflugzeuge intensiver in die Brandbekämpfung eingreifen. Vier Canadair-Löschflugzeuge unterstützten die Einsatzkräfte aus der Luft.
Menschen flüchteten vor den Flammen
Besonders dramatisch war die Situation für Einwohner und Urlauber entlang der Küste. Mehrere hundert Menschen mussten evakuiert werden. Zeitweise hielten sich nach Angaben des kroatischen Rundfunks rund 1.000 bis 1.500 Evakuierte in eingerichteten Aufnahmebereichen auf.
Teilweise blieb den Menschen offenbar kaum Zeit zur Flucht. Kroatische Behörden berichteten sogar von Personen, die sich auf der Flucht vor dem Feuer ins Meer retteten.
Auch die wichtige Küstenstraße wurde aufgrund des Brandes gesperrt. Gleichzeitig sorgten Evakuierungsbewegungen für erhebliche Verkehrsprobleme.
36 Verletzte – sieben Menschen in Lebensgefahr
Das Ausmaß der Katastrophe wurde am Freitagmorgen zunehmend deutlich. Das Universitätsklinikum Split teilte mit, dass insgesamt 36 Verletzte medizinisch behandelt wurden.
14 Patienten mussten stationär aufgenommen werden. Sieben Menschen befinden sich nach Angaben des Krankenhauses in lebensbedrohlichem Zustand und werden intensivmedizinisch behandelt.
Unter den Verletzten befinden sich nach kroatischen Angaben sowohl Einwohner als auch Feuerwehrleute.
Zunächst war in der Nacht noch von mindestens 19 Verletzten die Rede gewesen. Diese Zahl wurde im Laufe des Vormittags deutlich nach oben korrigiert.
Häuser und Fahrzeuge zerstört
Auch die Sachschäden sind erheblich. Aus dem Einsatzgebiet werden zerstörte beziehungsweise beschädigte Häuser, Fahrzeuge und weitere Infrastruktur gemeldet. Eine abschließende Schadensbilanz liegt noch nicht vor.
Nach ersten Schätzungen könnte das Feuer eine Fläche von rund 900 bis 1.000 Hektar erfasst haben.
Am Freitagmorgen entspannte sich die Situation zumindest teilweise. Offene Feuerfronten konnten in mehreren Bereichen zurückgedrängt werden, die Nachlöscharbeiten und die Bekämpfung von Brandstellen in schwer zugänglichem Gelände dauern jedoch an.
Für die kroatischen Feuerwehren bleibt der Einsatz damit eine enorme Herausforderung. Der Brand bei Omiš zeigt erneut, mit welcher Geschwindigkeit sich Vegetationsbrände bei extremer Trockenheit und starkem Wind zu einer unmittelbaren Bedrohung für ganze Ortschaften entwickeln können.
Stand: 14. August 2026, Vormittag. Die Lage ist weiterhin dynamisch. Angaben zu Verletzten, Schäden und Brandfläche können sich im weiteren Einsatzverlauf noch verändern.






