Der großflächige Waldbrand in der Böhmische Schweiz geht in den dritten Einsatztag. Nach einem intensiven Sonntag mit massivem Kräfteansatz ist es den Einsatzkräften gelungen, die weitere Ausbreitung des Feuers zu verhindern.
Feuer auf rund 100 Hektar begrenzt
Der Brand, der am Samstag im Bereich zwischen Rynartice, Jetřichovice und Tokáň ausgebrochen war, hat eine Fläche von etwa 100 Hektar erfasst. Trotz schwieriger Bedingungen mit Hitze, Trockenheit und auffrischendem Wind konnte die Ausdehnung begrenzt werden. Die Lage bleibt dennoch angespannt. Vor allem im unwegsamen Gelände des Nationalparks breitet sich das Feuer in Teilbereichen doch noch immer wieder Stück für Stück weiter aus. Der weitere Verlauf hängt nun maßgeblich von den Wetterbedingungen und der Entwicklung in den kommenden Stunden ab.
Großaufgebot am zweiten Einsatztag
Am Sonntag waren mehr als:
- 50 Feuerwehreinheiten
- rund 500 Einsatzkräfte
- insgesamt 109 Löschfahrzeuge
- darunter 93 Tanklöschfahrzeuge
im Einsatz.
Zur Unterstützung in schwer zugänglichem Gelände kamen zusätzlich 11 Quads zum Einsatz. Verstärkung erhielten die Kräfte durch überregionale Einheiten aus mehreren tschechischen Regionen, darunter Prag, Liberec, Pardubice, Karlsbad und Pilsen. Vor Ort verschaffte sich auch der Generaldirektor der tschechischen Feuerwehr, Vladimír Vlček, ein Bild der Lage.
Luftunterstützung als entscheidender Faktor
Ein wesentlicher Bestandteil der Brandbekämpfung war erneut der Einsatz aus der Luft. Insgesamt 7 Hubschrauber unterstützten die Kräfte am Boden – zwei der Polizei, drei der Armee sowie zwei Maschinen privater Betreiber.
Im Laufe des Tages führten die Luftfahrzeuge 620 Wasserabwürfe durch. Für die Versorgung wurden mobile Großbehälter mit jeweils 54.000 Litern Fassungsvermögen eingesetzt, die über Großtanklöschfahrzeuge befüllt wurden.
Vier Einsatzabschnitte – Schutz sensibler Einrichtung
Das Einsatzgebiet bleibt in vier Abschnitte gegliedert. Ein besonderer Fokus liegt weiterhin auf dem Schutz einer Einrichtung mit 56 Bewohnern mit psychischer Beeinträchtigung. Das Objekt wird aktiv gesichert, eine Evakuierung wird derzeit vermieden, da sie für die Betroffenen eine erhebliche Belastung darstellen würde.
Nachtphase mit Drohnenüberwachung
Mit Einbruch der Dunkelheit wurde der Flugbetrieb über dem Brandgebiet wieder reduziert. Stattdessen kamen verstärkt Drohnen mit Wärmebildtechnik zum Einsatz, um Glutnester zu lokalisieren und die Maßnahmen für den neuen Einsatztag vorzubereiten.
Tag 3: Luftunterstützung wird erneut hochgefahren
Für den heutigen Montag ist eine erneute Intensivierung der Maßnahmen geplant. Die Hubschrauber sollen wieder in den Einsatz gehen, zusätzlich wird internationale Unterstützung erwartet: Zwei Black-Hawk-Hubschrauber der slowakischen Streitkräfte sollen die Brandbekämpfung mit großvolumigen Löschbehältern verstärken.
Entscheidende Phase läuft
Der Einsatz geht damit in eine entscheidende Phase. Ziel bleibt es, die verbliebenen Brandherde konsequent zu bekämpfen und ein erneutes Aufflammen zu verhindern. Unterdessen ist die Brandursache weiter unklar.









