Der großflächige Waldbrand in der Böhmische Schweiz hält die Einsatzkräfte auch am zweiten Tag in Atem. Nachdem sich das Feuer am Samstag innerhalb weniger Stunden auf eine Fläche von rund 100 Hektar ausgebreitet hatte, läuft seit den frühen Morgenstunden ein deutlich verstärkter Großeinsatz.
Bereits am ersten Einsatztag entwickelte sich das Brandgeschehen dynamisch. Gegen 14:33 Uhr waren die ersten Kräfte im Bereich zwischen Rynartice, Jetřichovice und Tokáň im Einsatz. Innerhalb kurzer Zeit breitete sich das Feuer massiv aus, sodass am späten Nachmittag die höchste Alarmstufe ausgerufen wurde. Bis in die Abendstunden kämpften zahlreiche Einheiten, unterstützt durch Hubschrauber und Drohnen, gegen die Flammen. Dennoch gelang es nur teilweise, das Feuer einzudämmen. Die Nacht brachte schließlich eine reduzierte Einsatzintensität, insbesondere dort, wo die Luftunterstützung tätig war.
Mit dem Tagesanbruch am Sonntag wurde der Einsatz nun deutlich hochgefahren. Aktuell sind rund 70 Einheiten mit etwa 500 Einsatzkräften im Einsatzgebiet tätig. Unterstützung kam aus mehreren Regionen Tschechiens, darunter Prag sowie weitere überregionale Löschverbände. Diese rückten mit zusätzlichem Personal und Großtanklöschfahrzeugen an, um die Kräfte vor Ort zu entlasten und die Brandbekämpfung weiter zu intensivieren.
Ein zentraler Bestandteil der heutigen Maßnahmen ist erneut die Brandbekämpfung aus der Luft. Seit den Morgenstunden sind fünf Hubschrauber im Einsatz – zwei Maschinen der Polizei sowie drei der Armee. Im Laufe des Tages sollen weitere Hubschrauber privater Betreiber hinzukommen, um die Löschkapazitäten weiter zu erhöhen. Für die Wasseraufnahme stehen großvolumige mobile Tanks mit jeweils 54.000 Litern Fassungsvermögen bereit, aus denen die sogenannten Bambi Buckets befüllt werden.
Parallel dazu läuft der Einsatz am Boden unter schwierigsten Bedingungen weiter. Das Feuer breitet sich vor allem in schwer zugänglichem Gelände innerhalb des Nationalparks aus. Felsformationen, dichter Bewuchs und fehlende Zufahrtswege erschweren die Brandbekämpfung erheblich. Um dennoch effektiv arbeiten zu können, setzt die Feuerwehr auf umfangreiche Spezialtechnik. Dazu zählen unter anderem gepanzerte Löschfahrzeuge vom Typ „Titan“, Großtanklöschfahrzeuge mit bis zu 21.000 Litern Wasser sowie Schlauchwagen für den Aufbau langer Förderstrecken. Ergänzt wird der Einsatz durch geländegängige Fahrzeuge und Quads.
Auch moderne Technik spielt eine entscheidende Rolle: Drohnen mit Wärmebildkameras unterstützen die Einsatzkräfte bei der Lageerkundung und helfen dabei, versteckte Glutnester gezielt aufzuspüren und zu bekämpfen.
Trotz des massiven Kräfteansatzes ist der Brand weiterhin nicht unter Kontrolle. Die Flammen breiten sich nach wie vor in das Innere des Nationalparks aus. Insbesondere die Kombination aus Trockenheit, Wind und schwieriger Topografie stellt die Einsatzkräfte vor große Herausforderungen.
Die Auswirkungen des Brandes sind zudem weit über die Region hinaus sichtbar. Eine dichte Rauchwolke zieht über große Entfernungen und ist bis nach Sachsen wahrnehmbar. Auch die Feuerwehr in Dresden beobachtet die Lage aufmerksam, sieht derzeit jedoch keine unmittelbare Gefahr für deutsches Gebiet.
Die Einsatzleitung wird weiterhin auf höchster Ebene begleitet. Auch der Generaldirektor der tschechischen Feuerwehr, Vladimír Vlček, befindet sich vor Ort und verschafft sich ein Bild der Lage.
Mit Beginn des zweiten Einsatztages ist klar: Die kommenden Stunden sind entscheidend. Die verstärkte Luftunterstützung und die nachgeführten Kräfte sollen dazu beitragen, das Feuer zumindest einzudämmen. Ob dies gelingt, hängt maßgeblich von den Wetterbedingungen und der weiteren Entwicklung im schwer zugänglichen Gelände ab.












































