Feuerwehr Pulsnitz erneut in Kroatien: Zwei Wochen Einsatzdienst und Ausbildung bei der JVP Labin

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Bereits zum zweiten Mal sind Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Pulsnitz im kroatischen Labin zu Gast. Im Rahmen des gemeinsamen Austauschprogramms begleiten die deutschen Feuerwehrleute den regulären Dienstbetrieb der JVP Labin, nehmen an Einsätzen teil und absolvieren gemeinsam mit ihren kroatischen Kameraden verschiedene Ausbildungen. Nach zwei intensiven Wochen erfolgte nun der erste Teamwechsel – drei weitere Feuerwehrleute aus Pulsnitz setzen den Aufenthalt noch bis zum 31. Juli fort.

Für sechs Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Pulsnitz liegen zwei ereignisreiche Wochen in Kroatien hinter ihnen. Bereits zum zweiten Mal führte das gemeinsame Austauschprogramm die sächsischen Feuerwehrleute nach Labin auf der Halbinsel Istrien.

Anders als bei einer klassischen Partnerschaftsreise steht dabei vor allem die praktische Zusammenarbeit im Mittelpunkt. Die Einsatzkräfte aus Deutschland werden in den Feuerwehralltag der JVP Labin integriert, nehmen am Dienstbetrieb teil und rücken gemeinsam mit ihren kroatischen Kameraden zu Einsätzen aus.

Waldbrand und Küchenbrand: Pulsnitzer Feuerwehrleute bei Einsätzen dabei

Während der vergangenen zwei Wochen konnten die Feuerwehrleute aus Pulsnitz verschiedene Einsatzlagen miterleben. Unter anderem rückte die Mannschaft gemeinsam mit den Einsatzkräften aus Labin zu einem Waldbrand aus.

Gerade Vegetations- und Waldbrände stellen die Feuerwehren in Kroatien während der heißen und trockenen Sommermonate regelmäßig vor besondere Herausforderungen. Für die deutschen Einsatzkräfte bietet sich dadurch die Möglichkeit, Erfahrungen aus einem Land zu sammeln, in dem Vegetationsbrandbekämpfung einen wesentlich größeren Stellenwert im täglichen Einsatzgeschehen einnimmt.

Neben dem Waldbrand gehörte auch ein Küchenbrand zu den Einsätzen während des Aufenthalts. Hinzu kamen mehrere kleinere Hilfeleistungen.

Für die Feuerwehrleute aus Pulsnitz bedeutet die Teilnahme an diesen Einsätzen nicht nur, andere Fahrzeuge und technische Ausrüstung kennenzulernen. Auch unterschiedliche taktische Vorgehensweisen, Strukturen und Arbeitsabläufe können unmittelbar im Einsatz erlebt und anschließend gemeinsam ausgewertet werden.

Schwerpunkt auf Waldbrandbekämpfung und technischer Ausbildung

Ein wesentlicher Bestandteil des Austauschprogramms ist die gemeinsame Aus- und Fortbildung.

Zu Beginn beschäftigten sich die Teilnehmer intensiv mit der Fahrzeug- und Gerätekunde. Gerade bei einer Zusammenarbeit mit einer ausländischen Feuerwehr ist es wichtig, die vorhandene Technik, deren Beladung sowie die jeweiligen Einsatzmöglichkeiten zu kennen.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Vegetations- und Waldbrandbekämpfung. Neben spezieller Gerätetechnik für Waldbrandeinsätze wurden verschiedene taktische Vorgehensweisen thematisiert und praktische Erfahrungen ausgetauscht.

Damit profitieren beide Seiten voneinander: Während die Einsatzkräfte aus Pulsnitz Einblicke in die umfangreichen Erfahrungen ihrer kroatischen Kollegen bei Vegetationsbränden erhalten, können gleichzeitig Erfahrungen und Vorgehensweisen aus dem deutschen Feuerwehrwesen eingebracht werden.

Auch die Höhen- und Tiefenrettung war Bestandteil des Ausbildungsprogramms. Hier wurden verschiedene Techniken und vorhandene Ausrüstungsgegenstände vorgestellt und praktisch eingesetzt.

Verkehrsunfall, Fahrzeugbrand und Höhenrettung praktisch trainiert

Neben theoretischen Ausbildungsabschnitten standen zahlreiche praktische Übungen auf dem Programm.

Unter anderem trainierten die deutschen und kroatischen Feuerwehrleute gemeinsam das Vorgehen bei einem Verkehrsunfall. Dabei konnten insbesondere unterschiedliche Arbeitsweisen und technische Möglichkeiten miteinander verglichen werden.

Auch ein Fahrzeugbrand wurde als praktisches Einsatzszenario abgearbeitet.

Eine weitere Übung beschäftigte sich mit der Höhenrettung. Dabei konnten die zuvor vermittelten Kenntnisse unmittelbar praktisch angewendet und gemeinsam vertieft werden.

Gerade diese gemeinsamen Übungen sind ein wichtiger Bestandteil des Projektes. Trotz teilweise unterschiedlicher Technik, Strukturen und Ausbildungssysteme verfolgen die Einsatzkräfte auf beiden Seiten dasselbe Ziel: Menschen in Not schnell und professionell zu helfen.

Erstmals Kameraden aus Oberlichtenau dabei

Eine Besonderheit gab es in diesem Jahr auch innerhalb der deutschen Mannschaft. Erstmals nahmen zwei Kameraden der Ortsfeuerwehr Oberlichtenau am Austauschprogramm in Labin teil.

Damit wurde das Projekt innerhalb der Feuerwehr Pulsnitz weiter geöffnet und ermöglicht nun auch Einsatzkräften aus der Ortsfeuerwehr, eigene Erfahrungen im internationalen Austausch zu sammeln.

Insgesamt bestand die erste Mannschaft in diesem Jahr aus sechs Kameradinnen und Kameraden.

Mehr als nur Feuerwehr

Trotz des umfangreichen Dienst- und Ausbildungsprogramms bleibt während des Aufenthalts auch Zeit, Kroatien außerhalb der Feuerwache kennenzulernen.

Gemeinsam unternahm die Gruppe verschiedene Ausflüge, erkundete Istrien und erhielt Einblicke in das Land und seine Kultur.

Vor allem die persönliche Verbindung zwischen den deutschen und kroatischen Feuerwehrleuten spielt dabei eine wichtige Rolle. Aus dem zunächst fachlichen Austausch sind inzwischen Freundschaften entstanden.

Die Kameradschaft wird während des Aufenthalts nicht nur innerhalb der Feuerwache gelebt. Gemeinsame Unternehmungen, Gespräche nach den Diensten und das gegenseitige Kennenlernen gehören ebenso zum Austauschprogramm wie Ausbildung und Einsatzdienst.

Für die Feuerwehr Pulsnitz ist genau diese Verbindung ein entscheidender Bestandteil des Projektes.

Austausch geht bis Ende Juli weiter

Nach zwei intensiven Wochen endete nun für die erste Mannschaft der diesjährige Aufenthalt in Labin. Während die sechs Teilnehmer die Heimreise nach Sachsen antraten, erfolgte gleichzeitig der Teamwechsel.

Drei weitere Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Pulsnitz sind inzwischen in Kroatien angekommen und setzen das Austauschprogramm fort.

Bis zum 31. Juli werden sie weiterhin gemeinsam mit der JVP Labin Dienst leisten, an Ausbildungen teilnehmen und den Einsatzalltag der kroatischen Feuerwehr begleiten.

Damit ist die Zusammenarbeit auch nach dem ersten Teamwechsel noch nicht beendet.

Nach der erfolgreichen Premiere im vergangenen Jahr zeigt sich bereits beim zweiten Aufenthalt, dass aus dem ursprünglichen Austausch inzwischen eine enge Zusammenarbeit entstanden ist.

Neben dem fachlichen Wissen, das beide Seiten miteinander teilen, steht dabei vor allem eine Erkenntnis im Mittelpunkt, die unabhängig von Sprache oder Landesgrenzen gilt:

Feuerwehr verbindet.