Rückkehr aus der Deliblatska Peščara: EU-Waldbrandmodul GFFF-V DE1 beendet Serbien-Einsatz

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Bonn / Düsseldorf / Serbien. Nach elf Tagen im Naturschutzgebiet Deliblatska Peščara östlich von Belgrad ist das deutsche EU-Waldbrandmodul GFFF-V DE1 am Dienstag, 1. September 2026, an die Heimatstandorte zurückgekehrt. Kräfte aus Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen hatten serbische Einheiten bei großflächigen Vegetationsbränden unterstützt – der vierte Waldbrandeinsatz des Moduls in diesem Jahr. Für die Feuerwehren in Deutschland ist der Abschluss mehr als eine Auslandsmeldung: Er zeigt, was ein gemeldetes GFFF-V-Modul leistet, wie europäische Hilfe greift und welche Belastung Heimatwachen tragen, wenn Ehrenamtliche wochenlang fehlen.

Elf Tage Sand, Glut und Schlauchleitung

Abmarsch war am Samstagmorgen, 22. August, von Bonn aus; am 24. August stand das Modul im Einsatzgebiet. Schwerpunkt war das rund 30.000 Hektar große Naturschutzgebiet Deliblatska Peščara – sandig, dicht bewachsen, teilweise schwer zugänglich. Geländegängige Löschfahrzeuge, Löschrucksäcke, Handwerkzeuge und lange Schlauchleitungen prägten den Alltag.

Mit im Kontingent: Bonn, Düsseldorf, Leverkusen und Königswinter sowie Kräfte aus Niedersachsen, ergänzt durch die Hilfsorganisation @fire und die Johanniter-Unfall-Hilfe. Die Feuerwehr Leverkusen stellte drei Kräfte mit einem geländegängigen Tanklöschfahrzeug und einem Katastrophenschutz-Löschfahrzeug; aus Düsseldorf gingen fünf Kräfte mit drei geländegängigen Einsatzfahrzeugen mit.

Unmittelbar nach der Ankunft wurde das Modul wegen hoher Brandaktivität eingebunden. Zwei Waldbrandbekämpfungsteams arbeiteten im Tag- und Nachtschichtbetrieb: Bodenfeuer löschen, Brandschneisen halten und kontrollieren, nachlöschen, gefährdete Bereiche und Objekte schützen. Mit abnehmender Brandaktivität verlagerte sich der Fokus auf die Kontrolle des Brandgebiets – Glutnester suchen, Übergänge zwischen verbrannter und unverbrannter Fläche prüfen, schwer zugängliche Abschnitte absichern. Durch Ablösung blieb die Präsenz durchgehend gesichert.

Eng abgestimmt wurde mit serbischen Kräften und weiteren internationalen Einheiten. Löschwasser kam unter anderem mit serbischen Fahrzeugen an Übergabepunkte und lief über lange deutsche Schlauchleitungen weiter. Unter serbischer Einsatzleitung flogen gezielte Löschwasserabwürfe; Bodenkräfte meldeten kritische Stellen nach oben, Beobachtungen aus der Luft gingen zurück an die Bodeneinheiten. Am 3. September war die Einsatzbereitschaft nach Überprüfung und Reinigung der Fahrzeuge wieder vollständig hergestellt – die Düsseldorfer Kräfte im Modul waren ausschließlich ehrenamtlich.

Nicht nur löschen: Fachberatung, Logistik, Sanität

@fire brachte sechs Fachberater mit Expertise in Vegetationsbrandbekämpfung, Wetter und Einsatztaktik – in der Führungsarbeit und direkt auf den Löschfahrzeugen. Vier Einsatzkräfte der Johanniter sicherten gemeinsam mit der Modullogistik die autarke Versorgung: zwei warme Mahlzeiten täglich, kalte Zwischenmahlzeiten, sanitäre Infrastruktur; medizinisch Notfallsanitäter in den Mannschaften plus eigener Rettungswagen.

Das Modul ist damit kein bloßer Löschzug plus Fahrzeuge, sondern ein autarkes Einsatzsystem: Führung, Brandbekämpfung, Versorgung, Sanität – ausgelegt für mehrtägige Auslandseinsätze ohne Anbindung an heimische Infrastruktur.

Über ERCC und GMLZ nach Serbien

Die Entsendung lief auf Ersuchen der serbischen Behörden über das EU-Katastrophenschutzverfahren (UCPM). Serbien hatte den Mechanismus am 21. August aktiviert; im Sondernaturschutzgebiet Deliblato Sands waren mehr als 3.500 Hektar betroffen. Innerhalb weniger Stunden mobilisierte die EU vier rescEU-Hubschrauber aus Tschechien, Rumänien und der Slowakei sowie bodengestützte Löscheinheiten aus Deutschland und Rumänien. Copernicus lieferte seit dem 8. August Lagekarten; ein Verbindungsbeamter stützte die Abstimmung zwischen serbischen Behörden, dem Emergency Response Coordination Centre (ERCC) und den Teams vor Ort.

Auf deutscher Seite liefen die Fäden über ERCC, das Gemeinsame Melde- und Lagezentrum von Bund und Ländern (GMLZ) beim BBK und die Innenministerien der beteiligten Länder. Operativ koordiniert das GMLZ in enger Abstimmung mit der Feuerwehr Bonn und den EU-Stellen; die Einsatzkosten tragen Bund und Europäische Union gemeinsam.

Vierter Einsatz 2026 – und was GFFF-V bedeutet

Serbien war der vierte Waldbrandeinsatz von GFFF-V DE1 in diesem Jahr – nach den Niederlanden, Spanien und der Unterstützung bei den Waldbränden im Kreis Düren. Zugleich der sechste Auslandseinsatz des seit 2019 im europäischen Verfahren gemeldeten Moduls.

GFFF-V steht für Ground Forest Fire Fighting using Vehicles: bodengebundene Vegetationsbrandbekämpfung unter Einbeziehung von Löschfahrzeugen. Das deutsche Modul 1 wurde 2018 in Nordrhein-Westfalen aufgestellt, um örtliche Einheiten bei großen Waldbränden zu unterstützen und Erfahrungen für die Brandbekämpfung in Deutschland zu sammeln. Ausgelegt auf rund 20 Fahrzeuge und 60 Einsatzkräfte, taktisch in Führung, Versorgung und Brandbekämpfung gegliedert, für etwa eine Woche autark im anfordernden Land. Kernfeuerwehren der Modulbeschreibung: Bonn, Leverkusen, Ratingen, Königswinter und Düsseldorf – im Serbien-Kontingent ohne Ratingen, dafür mit Niedersachsen, @fire und Johanniter.

Für deutsche Wehren heißt das praktisch: Internationale Hilfe ist kein Sonderprojekt einzelner Städte, sondern ein gemeldetes, trainiertes und logistisch vorbereitetes Modul im UCPM – mit klarer Schnittstelle zu BBK/GMLZ und ERCC. Gleichzeitig belasten solche Einsätze die Heimatstrukturen: Dienste werden kurzfristig übernommen, Dienstpläne angepasst, private Termine verschoben. Arbeitgeber und Kolleginnen und Kollegen an den Heimatstandorten schaffen die personellen Voraussetzungen.

Was der Einsatz für die Praxis zeigt

Drei Punkte bleiben für die Feuerwehrpraxis in Deutschland hängen:

GFFF-V ist Standardprodukt im UCPM – bodengebunden, fahrzeuggestützt, autark, mit klarer Rollenverteilung zwischen Brandbekämpfung, Fachberatung und Logistik/Sanität.

Europäische Solidarität läuft über ERCC und GMLZ – vom Hilfeersuchen über rescEU-Luftunterstützung bis zum Copernicus-Lagebild; deutsche Module sind ein Baustein neben Partnerstaaten.

Heimatfähigkeit entscheidet mit – ohne flexible Dienstpläne, Arbeitgeber und Kameradschaft an den Standorten gibt es kein Modul im Ausland. Nach Rückkehr zählt die rasche Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft.

Mit der Rückkehr am 1. September endet der vierte Waldbrandeinsatz des GFFF-V DE1 in diesem Jahr. Die Einsatzbereitschaft des Moduls ist wiederhergestellt – und die nächste UCPM-Anforderung kann jederzeit kommen.