Lösch-Schaum ausgetreten: Feuerwehr muss eingeschäumte LKW-Fahrer retten

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Foto: Kreisfeuerwehrverband Segeberg

Ein außergewöhnlicher Einsatz führte die Freiwillige Feuerwehr Henstedt-Ulzburg (Schleswig-Holstein) am Donnerstag zu einem Großeinsatz mit Menschenrettung. Gegen 12:48 Uhr alarmierten Mitarbeiter eines Unternehmens in der Straße Immenhacken die Feuerwehr, nachdem eine interne Schaumlöschanlage aufgrund eines technischen Defekts ausgelöst hatte und der Schaum unkontrolliert auf das Betriebsgelände und die angrenzende Straße floss.

Zudem saßen mindestens zwei Lastwagenfahrer in ihren Fahrerhäusern fest, da der Schaum sie einschloss. Die Freiwillige Feuerwehr Henstedt-Ulzburg wurde mit dem Einsatzstichwort „TH K Y“ (Technische Hilfeleistung klein, Menschenleben in Gefahr) alarmiert. Doch schon auf dem Weg zur Einsatzstelle erhöhte der Einsatzleiter, stv. Zugführer Timo Schütt, das Stichwort auf „TH Y“ (Technische Hilfeleistung, Menschenleben in Gefahr) und rief die gesamte Gemeindefeuerwehr Henstedt-Ulzburg zur Unterstützung.

Am Einsatzort bot sich den Einsatzkräften ein kurioses Bild: Hunderte Quadratmeter Betriebsgelände und die angrenzende Straße waren teilweise bis zu fünf Meter hoch mit Löschschaum bedeckt. Mehrere geparkte Autos und einige Lastwagen standen vollständig im Schaum. Zwei Lastwagenfahrer saßen in ihren Fahrerhäusern fest und konnten nicht herauskommen. Die Einsatzkräfte hielten während des Einsatzes telefonischen Kontakt zu beiden Fahrern.

Um Zugang zum Gebäude zu schaffen, riskierten zwei Trupps unter umluftunabhängigem Atemschutz ihren Weg durch den Schaum. Parallel wurde Wasser eingesetzt, um den Schaum zu verdünnen. Da dies zeitaufwändig war, wurde die Freiwillige Feuerwehr Kaltenkirchen zur Unterstützung gerufen. Schließlich gelang es den Einsatzkräften, beide Fahrer sicher aus ihren Fahrzeugen zu befreien und an den Rettungsdienst zu übergeben. Sie blieben unverletzt.

Nach der Rettung konzentrierte sich die Feuerwehr auf Schadenbegrenzung und verdünnte weiterhin den Schaum. Die Einsatzstelle wurde an die Ordnungsbehörde übergeben, um weitere Maßnahmen zur Verhinderung einer Ausbreitung durch das Abwasser und die Oberflächenentwässerung zu ergreifen.

Insgesamt waren rund 70 Einsatzkräfte vor Ort. Der Einsatz konnte gegen 16:45 Uhr erfolgreich beendet werden. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen, jedoch wurden keine Verletzten gemeldet. Zur Schadenshöhe konnte die Feuerwehr keine Angaben machen.