Hoyerswerda: "Hier Leitstelle Ostsachsen, kommen."

… so werden seit etwa sechs Wochen die Feuerwehrleute und Rettungsdienstler der Altkreise Kamenz und Hoyerswerda an ihren Funkgeräten begrüßt. Ziemlich genau seit dem 18. September ist die alte Rettungsleitstelle Hoyerswerda nicht mehr in Betrieb. Sie wurde in die neue Integrierte Rettungsleitstelle, kurz: IRLS, verlegt. Hier soll Mitte Dezember auch die Rettungsleitstelle Bautzen einziehen. Bis zum Sommer 2014 sollen dann auch die Leitstellen aus Görlitz, Weißwasser und Löbau folgen. Für diese Bereiche müssen jedoch noch etliche Daten in die Computer übertragen werden. Die Alarm- und Ausrückeordnungen (AAO) dürften ein großer Teil davon sein. Hier müssen die Städte und Gemeinden Zuarbeit leisten, damit die Termine gehalten werden können.  „Wir sind optimistisch, dass alles nach Plan abläuft“, so Volker Sanderhoff, kommissarischer Leiter der IRLS. Dass die Inbetriebnahme der IRLS bisher nach Plan verlaufen ist, kann man aber nicht unbedingt sagen. Schließlich sollte sie bereits am 21. November 2011 den ersten Notruf entgegen nehmen – also vor gut zwei Jahren. Dass sich dieser Termin verzögert hat, ist diversen technischen Problemen zu verdanken. Nach einer Testphase mussten verschiedene Systeme überarbeitet werden. Darauf folgten weitere Tests im Sommer 2013, bis schließlich die Abnahme der Technik erfolgte. „Für uns ist es wichtig, dass wir nach anfänglichen EDV-Problemen endlich hier angekommen sind“, so der Görlitzer Landrat Bernd Lange. Seit sechs Wochen nun ist die Notrufnummer 112 in den neuen Räumlichkeiten an der Merzdorfer Straße „scharf“-geschaltet.
IRLS5Weitaus länger in Betrieb ist die integrierte Rettungswache. Direkt unterhalb der Leitstellenräume parken die Rettungswagen. Hier sind auch Sanitäter und Rettungsassistenten untergebracht. Der gesamte Gebäudekomplex, also Leitstelle und Rettungswache, kostete rund 14,5 Millionen Euro. Allein 10,5 Millionen mussten nur für die IRLS aufgewendet werden. Eine stattliche Summe, die sich die Landkreise Bautzen und Görlitz (zsm. 12,5%), sowie der Freistaat (37,5%) und die Krankenkassen (50%) teilten. Hoyerswerdas Oberbürgermeister Stefan Skora freut sich, dass sich die beiden Landkreise für die Stadt Hoyerswerda als Standort der neuen IRLS entschieden haben. Bautzens Landrat Harig begründet diese Entscheidung darin, dass die Polizeidirektion schon nach Görlitz gezogen sei und man wenigstens Feuerwehr und Rettungsdienst im Kreis Bautzen behalten möchte.
IRLS1Im Regelbetrieb werden in der IRLS Ostsachsen ab dem Jahr 2014 insgesamt 70 Mitarbeiter beschäftigt sein. Davon gehören 15 zum technischen Personal, während sich 55 Männer und Frauen als Disponenten engagieren. Nach der vollständigen Übernahme werden täglich mindestens ein Dienstgruppenführer und fünf Disponenten die Notrufe abarbeiten und Einsätze koordinieren. Je nach Einsatzlage ist eine Aufstockung auf bis zu neun Disponenten möglich. Landrat Harig ist froh, dass viele der Disponenten aus den alten Leitstellenbereichen ihre Arbeit in Hoyerswerda fortsetzen. „Solche ausgebildeten Leute laufen nicht auf der Straße herum“, so Harig. Die Mitarbeiter absolvieren seit Januar 2013 Lehrgänge, unter anderem an der Landesfeuerwehrschule in Nardt. Hier geht es vor allem um die Einweisung in die neuen technischen Systeme.
IRLS4Mit der Inbetriebnahme der IRLS Ostsachsen wird auch das digitale Funknetz schrittweise in Betrieb genommen. Bis zum Dezember 2013 befindet sich der Digitalfunk für den gesamten zukünftigen Leitstellenbereich im erweiterten Probebetrieb. Ab Januar 2014 folgt dann die Aufrüstung der Einsatzfahrzeuge mit Endgeräten. Damit die Kommunikation in jedem Fall sicher gestellt ist, wurde in der IRLS sowohl die alte analoge Funktechnik, als auch die digitale installiert. (RL)