Der Brandübungscontainer von Atemschutz Röser

Es ist ein unscheinbarer schwarzer Container. Ab und zu dringt Rauch aus den Öffnungen, doch viel mehr kann man von außen nicht erkennen. Wenn da nicht dieses auffällige Schild wäre. „Brandübungscontainer“ ist darauf zu lesen. Eine Anlage, die vor kurzem bei der Freiwilligen Feuerwehr in Clausthal-Zellerfeld zum Einsatz kam. Bereitgestellt wurde sie von der Firma Atemschutz-Röser, welche mit den Containern in ganz Deutschland unterwegs ist. Im Inneren der Container wartet auf die Atemschutzgeräteträger jede Menge Rauch und hohe Temperaturen. Denn die ebenerdige Anlage wird mit Holz befeuert.

Ausbilder Silvio Röser: „Die Teilnehmer werden hier natürlich wieder realistische Bedingungen vorfinden, das heißt also, die Feuerwehrkameradinnen und -kameraden werden hier natürlich einen kompletten Durchlauf mitmachen. Von Absuchen von Räumen, Türöffnungsprozedur, mal richtiges Feuer mit richtigem Rauch, richtige Wärme, das alles erwartet sie hier.“

Zuvor gab es für alle Teilnehmer eine theoretische Unterweisung, bei der nicht nur auf die Übung im Container eingegangen wurde. Das Ausbilderteam gab viele nützliche Tipps zum Verhalten bei der Personensuche oder der Brandbekämpfung im Innenangriff. Außerdem wurde nochmal deutlich gemacht, wie wichtig die Schwarz-Weiß-Trennung und der richtige Umgang mit kontaminierter Einsatzkleidung ist. Und nicht zuletzt frischte man noch einige Grundlagen für den Atemschutzeinsatz auf.

Ausbilder Thomas Keck: „Das ist ja der große Vorteil von Silvio und mir: dass wir beide im Team Artenschutzunfaelle.eu mit tätig sind und daher natürlich ein großes Netzwerk im Rücken haben, worüber wir Deutschlandweit und europaweit Stimmen, Meinungen und auch leider Unfallszenarien hören und wahrnehmen und daraus dann auch mehr oder weniger unsere Schlüsse ziehen und diese dann dementsprechend in der Ausbildung weitergeben“.

Beim praktischen Teil der Ausbildung kommen die Kameradinnen und Kameraden richtig ins Schwitzen. Im ersten Teil des Containers herrschen dauerhaft zwischen 80 und 120 Grad. Hier müssen die Atemschutzgeräteträger eine Art Parcours durchlaufen, Dummys finden und retten, sowie Gefahrenquellen entdecken. Und das alles dank des echten Brandrauches auch noch unter kompletter Nullsicht. Noch extremer wird es dann im zweiten Teil der Anlage. Hier steht man den Flammen gegenüber, es herrschen zwischen 300 und 340 Grad.

Ausbilder Silvio Röser: „Die Herausforderung für die Geräteträger ist einfach null Sicht, sie sehen überhaupt nix, sie haben absolut Wärmebedingungen, sie haben im Prinzip Rauch, richtigen echten Rauch, der die Sicht behindert. Das Retten und Absuchen der Räume ist ein ganz großes Thema, das bereitet natürlichen vielen Geräteträgern große Probleme, wenn man es nicht richtig regelmäßig macht.“

Bei der Feuerwehr Clausthal-Zellerfeld ist man froh darüber, dass man die Übung mit der Brandübungsanlage schon zum zweiten Mal durchführen konnte. Die Kameraden wissen diese Möglichkeit der Ausbildung zu schätzen.

Stadtwehrleiter Andreas Hoppstock: „Die Vorteile, die wir draus ziehen sind die, dass wir unter realistischen Bedingungen, echtem Feuer, echter Rauch und somit auch die Wärmeübertragung durch die Rauchgase die man natürlich in einer Gasanlage nicht hat, hier auch voll auskosten kann, und die Bedingungen dann nah an der Wirklichkeit sind“

Mitgemacht haben am Ausbildungswochenende nicht nur die Kameraden der Feuerwehr Clausthal-Zellerfeld mit ihren Ortsfeuerwehren, sondern auch die befreundete Feuerwehr aus Braunlage. Hier gibt es viele junge Kameraden, denen noch die Praxiserfahrung im Innenangriff fehlt. Diese konnten sie jetzt in der mobilen Brandübungsanlage erweitern. So mancher ist dann doch auch etwas überrascht, wie heiß ein Feuer sein kann.

Ausbilder Thomas Keck: „Manche Teilnehmer sind relativ gut dabei, andere sind natürlich geschafft oder sogar kurz davor, dass der Kreislauf sagt ich will ich nicht mehr. Das ist das wichtige hier: Dass die Teilnehmer unter kontrollierten Bedingungen wirklich merken wo sie stehen körperlich.“

Nach dem Container-Durchlauf gab es für die jeweiligen Trupps immer sofort eine Auswertung im lockeren Gespräch. Fehler wurden hier aufgezeigt und alternative Lösungsansätze besprochen. Für alle Teilnehmer eine erfolgreiche Ausbildung, die sicher noch lange in Erinnerung bleiben wird…