Großbrand in ehemaliger Polsterfabrik: 130 Kräfte kämpfen gegen Flammen in Rabenau

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Vollangriff von außen: Während der Dachstuhl der ehemaligen Fabrik vollständig in Flammen steht, kämpfen Einsatzkräfte aus mehreren Gemeinden mit Drehleitern und Strahlrohren gegen das Feuer. | Foto: xcitepress/Jonas Schubert

Kurz vor 21 Uhr schlugen aus dem Dachstuhl eines alten Fabrikgebäudes in Oelsa meterhohe Flammen. Was folgte, war ein Großeinsatz mit 130 Kräften, zwei Drehleitern und einer Drohne zur Lageerkundung. Das Gebäude war nicht mehr zu retten.

Die Alarmierung erfolgte am Abend des 14. Mai 2026: Gegen 20:55 Uhr meldeten mehrere Anrufer starke Rauchentwicklung an der Hauptstraße im Rabenauer Ortsteil Oelsa. Das Objekt: das leerstehende Gebäude der ehemaligen Polsterfabrik, einst Teil der VEB Möbelindustrie Oelsa-Rabenau – ein historischer Industriebau mitten im Ortskern, umgeben von Wohnbebauung.

Als die ersten Einsatzkräfte eintrafen, war die Lage bereits eindeutig: Der Dachstuhl stand in Vollbrand. Das Feuer hatte im hinteren Teil des Gebäudekomplexes begonnen und sich innerhalb weniger Minuten massiv ausgebreitet – auf sämtliche Etagen und Gebäudeteile. Eine dichte schwarze Rauchwolke stieg über den Ort auf und war noch kilometerweit zu sehen, Berichten zufolge bis in die Landeshauptstadt Dresden.

Ein Innenangriff war von Beginn an ausgeschlossen. Die enorme Brandausbreitung und die akute Einsturzgefahr machten jeden Versuch, das Gebäude zu betreten, unmöglich. Die Feuerwehr konzentrierte sich stattdessen auf einen massiven Außenangriff: Über mehrere Strahlrohre sowie zwei Drehleitern wurde Wasser in die Flammen gebracht. Gleichzeitig wurden Riegelstellungen aufgebaut, um die direkt angrenzenden Wohngebäude zu schützen. Einige unmittelbare Nachbargebäude wurden vorsorglich evakuiert.

Das Gebäude brannte in voller Audehnung. | Foto: xcitepress/Jonas Schubert

Im Verlauf des Einsatzes brach der Dachstuhl Stück für Stück zusammen, große Teile des Gebäudes galten als akut einsturzgefährdet. Starker Funkenflug durch den Wind erschwerte die Lage zusätzlich. Im späteren Einsatzverlauf wurde eine Drohne eingesetzt, um aus der Luft mögliche Glutnester zu lokalisieren und den Umfang des Brandes besser beurteilen zu können.

Rund 130 Einsatzkräfte waren im Einsatz – neben den Feuerwehren aus Rabenau, Oelsa, Freital, Dippoldiswalde, Kreischa, Pirna und Bannewitz auch Kräfte des DRK, des Katastrophenschutzes, der Polizei sowie des Technischen Hilfswerks. Das THW hat die Statik des stark beschädigten Gebäudes untersucht. Die Integrierte Regionalleitstelle Dresden gab zudem bereits gegen 21:30 Uhr eine offizielle Warnmeldung vor Brandgasen für die Region heraus.

Nach aktuellem Stand wurde niemand verletzt. Die Hauptstraße in Oelsa bleibt im betroffenen Bereich voll gesperrt. Die Löscharbeiten dauern an und werden nach Einschätzung der Einsatzleitung noch mehrere Stunden, möglicherweise sogar den gesamten Freitag noch in Anspruch nehmen.

Foto: xcitepress/Jonas Schubert