
Am Sonntagnachmittag, 4. Oktober 2026, rückte die Feuerwehr Neuss zu einem ungewöhnlichen Fund am Rheinufer in Höhe der Fleher Brücke aus. Dort lag ein stark korrodierter Metallkörper, aus dem weißer Rauch austrat und der stellenweise brannte. Die Polizei war bereits vor Ort.
Die Erkundung erhärtete rasch den Verdacht auf ein Kampfmittel. Weil keine Gefahr einer weiteren Brandausbreitung bestand, ließen die Einsatzkräfte den brennenden Gegenstand kontrolliert ausbrennen. Sie sperrten den Bereich ab, forderten das Ordnungsamt und den Kampfmittelbeseitigungsdienst nach und stellten bis zu dessen Eintreffen eine Brandwache.
Britische Brandbombe INC 30 LB
Der Kampfmittelbeseitigungsdienst identifizierte den Fund als britische Brandbombe vom Typ INC 30 LB aus dem Zweiten Weltkrieg. Im vorderen Bereich dieses Bombentyps befinden sich rund 300 Gramm weißer Phosphor. Durch das Niedrigwasser des Rheins war der Körper freigelegt worden; der Phosphor entzündete sich beim Kontakt mit der Luft. Die ursprüngliche Hauptbrandladung aus einem Benzin-Kautschuk-Gemisch war durch die lange Lagerung im Wasser bereits ausgespült und stellte keine weitere Gefahr mehr dar.
Nachdem der verbliebene Phosphor ausgebrannt war, sicherte der Kampfmittelbeseitigungsdienst den Bombenkörper und transportierte ihn ab. Der Einsatz dauerte rund drei Stunden.
Fundstücke am Ufer nicht berühren
Weißer Phosphor entzündet sich bei Luftkontakt selbst. Bei Niedrigwasser können solche Blindgänger freigelegt werden und Spaziergängerinnen und Spaziergängern begegnen. Die Feuerwehr Neuss warnt deshalb: Wer am Rheinufer oder an anderer Stelle einen verdächtigen Gegenstand findet, soll ihn nicht berühren, bewegen oder untersuchen. Abstand halten, andere Personen fernhalten und umgehend Polizei oder Feuerwehr über den Notruf 110 oder 112 verständigen. Ob es sich um ein Kampfmittel handelt, kann oft erst der Kampfmittelbeseitigungsdienst sicher feststellen.
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