
Das 191. Oktoberfest auf der Theresienwiese ist aus Sicht der Feuerwehr München weitgehend ruhig verlaufen. In ihrer Abschlussbilanz vom Sonntag, 4. Oktober 2026, vermeldet die Berufsfeuerwehr keine besonderen Einsatzlagen über die vergangenen 15 Tage – mit einer Ausnahme am Schlusstagvormittag: Bei einem Betriebsunfall auf der Oiden Wiesn wurde ein Schausteller-Mitarbeiter schwerst verletzt.
Wiesnwache, Brandschutz und Rettungsdienst
Die nur für 17 Tage im Jahr eingerichtete Feuerwache 11 „Wiesnwache“ erfasste in ihrem Alarmbuch 14 Einsätze – genauso viele wie im Vorjahr. Darunter waren ein feststeckendes Fahrgeschäft am ersten Wiesnsonntag und ein brennender Abfallcontainer auf dem Festgelände am Morgen des zweiten Wiesnsonntags. Ansonsten beschränkten sich die Einsätze auf kleinere Hilfeleistungen sowie Unterstützung für Polizei und Sanitätsdienst.
Täglich waren bis zu 29 Einsatzkräfte der Feuerwehr München auf dem Oktoberfest im Dienst. Bis zu sechs Kräfte des Vorbeugenden Brandschutzes kontrollierten bei Rundgängen die Aufbauten in Festhallen, Mittelbetrieben und Außenbereichen. Daraus ergaben sich 75 Beanstandungen – im Vorjahr waren es 59. Die meisten konnten laut Feuerwehr direkt vor Ort in Abstimmung mit den Betreibern behoben werden.
Beim öffentlichen Rettungsdienst lagen die Zahlen etwas über den Vorjahren. Bis Sonntagmorgen, 4. Oktober, 3 Uhr, leisteten die Einsatzkräfte 1.678 Rettungsdiensteinsätze. Zum Vergleich: 2025 waren es 1.534, 2024 waren es 1.474. Die Feuerwehr führt das unter anderem auf das durchgängig schöne Wetter und höhere Besucherzahlen zurück; besonders die Samstage schlugen stärker zu Buche als in den Jahren zuvor. Die bis zu drei zusätzlichen Notarztteams hatten im selben Zeitraum 118 Einsätze – weniger als 2025 mit 136 und 2024 mit 121 Einsätzen. Das Spektrum reichte von Reanimationen über Betriebsunfälle bis zu chirurgischen und internistischen Notfällen.
Trotz zeitweise deutlich höherer Personenanzahl in der Stadt kam es nach Angaben der Feuerwehr dank erhöhter Einsatzmittel zu keinen Engpässen im übrigen Stadtgebiet. Unterstützt wurde die Feuerwehr erneut von ausländischen Kolleginnen und Kollegen.
Schwerstverletzter Mitarbeiter auf der Oiden Wiesn
Am Sonntag, 4. Oktober 2026, um 10:15 Uhr ereignete sich auf der Oiden Wiesn ein Betriebsunfall bei einem Schaustellerbetrieb. Ein 47-jähriger Mitarbeiter des Betriebes wurde schwerst verletzt. Ein Notarztteam der Feuerwehr und der Sanitätsdienst der Aicher Ambulanz begannen am Unfallort mit der Erstversorgung und reanimierten den Patienten. Anschließend brachte der Rettungsdienst den schwerverletzten Mann in eine Münchner Klinik. Zum Unfallhergang ermittelt die Polizei. Weitere Details zum genauen Ablauf liegen in der Feuerwehr-Bilanz nicht vor.
Die Zahlen zeichnen ein bekanntes Muster großer Festivals: Wenige Feuerwehreinsätze auf dem Gelände, aber ein hoher und wetterabhängiger Bedarf im Rettungsdienst – und einzelne schwere Betriebsunfälle, die das Gesamtbild eines ruhigen Festes durchbrechen. Die Einsätze der Wiesnwache blieben auf Vorjahresniveau, die Notarzteinsätze gingen zurück. Gestiegen sind die Brandschutz-Beanstandungen und die Rettungsdiensteinsätze.
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