Bombenfund in Dresden: Großevakuierung in der Innenstadt läuft

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In Dresden gibt es eine große Evakuierung wegen eines Bombenfundes an der Carolabrücke. Foto: xcitepress

In der Dresdner Innenstadt läuft am Mittwochmorgen eine großangelegte Evakuierungsaktion. Grund ist der Fund einer Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg im Bereich der ehemaligen Carolabrücke. Rund 18.000 Menschen müssen ihre Wohnungen und Arbeitsplätze verlassen, während Spezialisten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes die Entschärfung vorbereiten.

Blindgänger bei Sondierungsarbeiten entdeckt

Der Fund erfolgte im Zuge von Kampfmittelsondierungen im Bereich der ehemaligen Carolabrücke. Dort laufen derzeit vorbereitende Arbeiten für zukünftige Bauprojekte. Bei den Untersuchungen stießen Experten auf eine etwa 250 Kilogramm schwere Fliegerbombe, die vermutlich aus den Luftangriffen des Zweiten Weltkrieges stammt.

Blindgänger dieser Größenordnung gehören zu den häufigsten Bombentypen, die noch heute bei Bauarbeiten in deutschen Städten entdeckt werden. Trotz ihres Alters stellen sie weiterhin eine erhebliche Gefahr dar, da Korrosion und beschädigte Zündermechanismen eine sichere Entschärfung erschweren können.

Sperrkreis von einem Kilometer eingerichtet

Für die Entschärfung wurde durch die Einsatzleitung ein Sperrkreis mit einem Radius von rund einem Kilometer festgelegt. Innerhalb dieses Bereiches müssen etwa 18.000 Menschen ihre Wohnungen, Arbeitsplätze und Hotels verlassen.

Die Evakuierung betrifft große Teile der Dresdner Innenstadt entlang der Elbe. Auch zahlreiche bekannte Wahrzeichen liegen im erweiterten Sicherheitsbereich, darunter der Landtag, die Frauenkirche, sowie die Semperoper. Gerade diese zentrale Lage des Fundortes stellt die Einsatzkräfte vor besondere Herausforderungen. Neben Anwohnern müssen auch Touristen, Beschäftigte in Behörden und Mitarbeitende von Unternehmen aus dem Gefahrenbereich gebracht werden.

Notunterkünfte und Sonderverkehr eingerichtet

Notunterkunft an der Dresdener Messe. Foto: xcitepress

Für Menschen, die keine Ausweichmöglichkeiten haben, wurden Notunterkünfte eingerichtet. Eine zentrale Anlaufstelle befindet sich in der Messe Dresden. Zusätzlich wurden Sonderbusse eingesetzt, um den Transport aus dem Sperrgebiet zu erleichtern.

Die Behörden rechnen damit, die Evakuierung am Vormittag abschließen zu können. Erst danach kann der Kampfmittelbeseitigungsdienst mit der eigentlichen Entschärfung beginnen.

Großlage für Einsatzkräfte

An der Bewältigung der Lage sind zahlreiche Behörden und Organisationen beteiligt. Neben dem Kampfmittelbeseitigungsdienst Sachsen sind unter anderem Feuerwehr, Polizei, Rettungsdienst, Ordnungsbehörden sowie Verkehrsunternehmen eingebunden.

Typische Aufgaben der Einsatzkräfte bei solchen Lagen sind:

  • Absicherung und Kontrolle des Sperrgebietes
    Zahlreiche Einsatzkräfte sind vor Ort. Foto: xcitepress
  • Unterstützung bei der Evakuierung
  • Betreuung von hilfsbedürftigen Personen
  • Verkehrslenkung und Straßensperrungen
  • medizinische Absicherung der Entschärfung

Besonders in dicht bebauten Innenstadtbereichen erfordern Bombenentschärfungen eine präzise abgestimmte Einsatzorganisation, da tausende Menschen innerhalb kurzer Zeit aus dem Gefahrenbereich gebracht werden müssen.

Dresden weiterhin stark von Blindgängern betroffen

Der aktuelle Fund zeigt einmal mehr, dass auch mehr als 80 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs noch immer zahlreiche Kampfmittel im Boden liegen. Besonders Städte wie Dresden, die während des Krieges massiv bombardiert wurden, sind regelmäßig von Blindgängerfunden betroffen. Deshalb gehören Kampfmittelsondierungen heute zum Standard bei größeren Bauprojekten. Dabei werden mithilfe geophysikalischer Messverfahren mögliche metallische Anomalien im Boden identifiziert und anschließend gezielt freigelegt.

Entschärfung erst nach vollständiger Evakuierung

Die eigentliche Entschärfung der Bombe kann erst beginnen, wenn der Sperrkreis vollständig geräumt ist und alle Sicherheitsmaßnahmen umgesetzt wurden. Je nach Zustand des Zünders entscheiden die Spezialisten vor Ort, ob eine klassische Entschärfung möglich ist oder alternative Verfahren notwendig werden.

Bis zur Freigabe des Gebietes bleibt der Bereich rund um den Fundort für die Öffentlichkeit gesperrt.