Neustadt in Sachsen. Am Mittwochnachmittag, 23. September 2026, sind bei dem Wohnmobilhersteller Capron in der Berghausstraße 23 Beschäftigte nach dem Austritt von Kältemittel verletzt worden. Den bisherigen Ermittlungen zufolge trat der Stoff aus einem Kühlschrank aus. Durch die reizende Wirkung klagten zahlreiche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über gesundheitliche Beschwerden.
19 Betroffene kamen vorsorglich in Krankenhäuser; vier verzichteten auf eine klinische Behandlung. Wegen der hohen Patientenzahl lösten die Rettungsdienste einen Massenanfall von Verletzten (MANV) aus. Rettungskräfte und Katastrophenschutz waren mit einem Großaufgebot vor Ort, unter anderem Einheiten von DRK und Johannitern. Nach der Versorgung der Beschäftigten kontrollierten die Einsatzkräfte die Luft in der Produktionshalle mit Messgeräten.
Die Polizeidirektion Dresden ermittelt unter dem Verdacht der fahrlässigen Körperverletzung gegen einen 44-jährigen Mitarbeiter, der für den Transport des Kühlschranks verantwortlich war.
MANV ohne Brand – hohe Patientenzahl in der Produktion
Der Einsatz zeigt eine Lage, die Feuerwehr und Rettungsdienst auch ohne klassischen Brand belasten kann: viele Personen mit Reizungen in einer Produktionshalle, parallele Patientenversorgung und Gefahrstoff-Messung. Für die Eigensicherung gilt: verdächtige Gerüche oder Reizerscheinungen ernst nehmen, den Bereich verlassen, Notruf 112 und auf Anweisung der Einsatzleitung warten – Eigenversuche an unbekannten Stoffen sind riskant.











