Kamenz/Biehla: Zwei Stunden in Unfallwrack eingeklemmt – 2 Schwerverletzte

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Es ist ein Einsatz, der ganz nach Routine aussah. Als die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren Kamenz-Bernbruch und Kamenz-Stadt am Dienstag Abend gegen 20:00 Uhr ausrückten, rechneten sie eigentlich nur mit einem Fahrzeug, welches von der Fahrbahn in den Straßengraben abgekommen war. Die Lage, die sich beim Eintreffen zeigte, sprengte aber alle Erwartungen – im negativen Sinne. Auf der S94 war ein Renault Cabrio mit zwei Insassen aus Richtung Biehla kommend unterwegs. In einer leichten Rechtskurve jedoch geriet das Fahrzeug plötzlich nach links von der Straße. Es schleuderte über den Grünstreifen, verlor die Bodenhaftung und drehte sich in der Luft. Anschließend krachte der Wagen mit voller Wucht mit dem Dach gegen einen Baum. Die Karosserie wurde so stark verformt, dass der 21-jährige Fahrer, sowie seine 17-jährige Beifahrerin, im PKW eingeklemmt wurden. In einer zweistündigen Rettungsaktion musste die Feuerwehr das Auto in zwei Hälften schneiden, um erst den Mann und etwas später auch die junge Frau zu retten. Wie durch ein Wunder haben aber beide den schweren Crash überlebt. Dies ist nicht zuletzt der erstklassigen Arbeit der Rettungskräfte zu verdanken. „Wir haben uns ständig mit dem Notarzt abgesprochen, da die medizinische Betreuung im Vordergrund stand“, so Mirco Schwarz, der den Einsatz der Feuerwehr leitete. „Erst nachdem der Arzt sein Okay gab, befreiten wir die Personen mit schwerem Gerät aus dem Fahrzeug“, so Schwarz weiter. Schwierig hierbei war vor allem die Karosserie des Fahrzeugs. Da es sich um ein Cabrio handelte, waren viele Rahmenteile verstärkt – anders als bei normalen PKW. Das schwere Gerät der Feuerwehr geriet so schon an seine Grenzen. Trotz aller Schwierigkeiten jedoch hat alles geklappt und die Fahrzeuginsassen kamen zwar schwer verletzt – aber lebend – in ein Krankenhaus. Für alle Beteiligten ist die Sache also noch einmal gut ausgegangen. Dennoch wird der Einsatz auch die Feuerwehrleute im Nachgang noch beschäftigen. „Jeder der Kameraden kann sich seine Erlebnisse von der Seele reden“, schildert der Einsatzleiter. „Das ist auch das, was die Kameradschaft in einer Freiwilligen Feuerwehr ausmacht.“ (RL | RK)