Die Gefahren beim Schneesturm am Wochenende

Die Autobahnen in Norddeutschland werden am Sonntag an vielen Stellen unpassierbar werden. Foto: Rico Löb/Archiv

Am Wochenende steht uns ein gefährlicher Schneesturm bevor. Davon wird auch in den Medien gesprochen und das sollte jeder ernst nehmen. Auch wenn es vielen schwer fallen mag, solchen Schlagzeilen glauben zu schenken. Denn in den sozialen Netzwerken ist es ja schon zum Trend geworden, bei jeder Kleinigkeit eine „Unwetterwarnung“ herauszugeben, um mit reißerischen Überschriften Klicks zu erhaschen. Doch diesmal ist an den verschärft klingenden Titel auch wirklich etwas dran. Ein echtes Unwetter mitten im Winter steht bevor und wird vor allem am Sonntag für großflächiges Chaos sorgen.

Warum schneit es so stark?

Quer über Deutschland befindet sich eine Luftmassengrenze, welche im Norden kalte Luft von milder Luft im Süden trennt. Genau an dieser Grenze bilden sich ergiebige Niederschläge, die im Süden als Regen und im Norden als Schnee fallen. Dazwischen gibt es einen Abschnitt, an dem Regen fällt, dieser am Boden dann aber sofort gefriert – sogenannter Eisregen. Gerade im Norden muss zudem mit Sturmböen zwischen 60 und 80 km/h gerechnet werden.

Welche Gefahren bringt der Schneesturm mit sich?

Stellenweise wird es in 24 Stunden zwischen 20 und 40 Zentimeter Schnee geben. Das ist in dieser kurzen Zeitspanne extrem viel, gerade für die Regionen, die im Winter normalerweise nicht so sehr mit der weißen Pracht gesegnet sind. Straßen können schnell unpassierbar werden, der Winterdienst wird auch beim unermüdlichsten Einsatz mit dem Räumen nicht hinterherkommen. Es wird einfach zu doll schneien, als dass man die Fahrbahnen frei halten könnte. Der starke Wind wird diesen Effekt noch unterstützen: Es wird heftigste Schneeverwehungen geben. Durch die eisigen Minustemperaturen ist der Schnee sehr pulvrig und leicht. In Verbindung mit den Sturmböen können dadurch meterhohe Schneewehen entstehen. Wer mit seinem Auto auf der Straße im Schnee stecken bleibt, der muss damit rechnen, dass er innerhalb weniger Stunden komplett im Schnee zugeweht wird. Eine wirklich gefährliche Angelegenheit. Denn man muss davon ausgehen, dass in solchen Fällen nicht unbedingt schnell Hilfe kommen kann. Denn auch die Rettungskräfte müssen durch den Schnee, unabhängig davon, dass sie auch völlig ausgelastet sein können. Zudem können Bäume unter der Schneelast zusammenbrechen und auch Stromleitungen beschädigen, die Folge wären kleinere, regionale Stromausfälle.

Der Eisregen ist nicht zu unterschätzen

Für das Stromnetz weitaus gefährlicher ist der Eisregen an der Grenze zwischen der warmen und der kalten Luft. Hier wird es regnen und der Regen wird stellenweise sofort beim Auftreffen auf dem Boden und auf Gegenständen gefrieren. Für Bäume und Stromleitungen bedeutet das ein enormes Gewicht, wenn sich eine Zentimeterdicke Eisschicht darauf bildet. Bäume können unter der Last umkippen, Stromleitungen können abreißen. Somit sind auch flächige Stromausfälle möglich. Spaziergänge im Freien sollten vermieden werden, ebenso unnötige Autofahrten.

Einsatzkräfte sollten sich vorbereiten

Einsatzkräfte im betroffenen Gebiet sollten sich auf mögliche Szenarien vorbereiten. Bei Bedarf beispielsweise Schneeketten aufziehen oder zumindest zurechtlegen. Diesel- und Benzinvorräte sollen aufgefüllt werden. Ebenfalls macht es Sinn, Einsatzbereitschaften in Freiwilligen Wehren einzuteilen. Denn wenn die Straßen blockiert sind, kommen die Kräfte im Alarmfall dann nur mit Verzögerung ins Depot. Gerade in Ballungsgebieten können sich Einsätze zur Flächenlage entwickeln, wo das frühzeitige Einrichten einer Ortsfesten Befehlsstelle Sinn machen kann. Wichtig ist auch, das Räumen von Ein- und Ausfahrt an Feuer- und Rettungswachen zu organisieren. Man kann sich bei dieser Wetterlage nicht darauf verlassen, dass der Winterdienst dies mit nebenbei tätigt. Außerdem sollte man stets die Verkehrsmeldungen im Auge behalten, um mit dem Einsatzfahrzeug bei einer Alarmfahrt nicht plötzlich vor querstehenden LKW zu stehen.

Alles in allem wird diese Unwetterlage in bestimmten Regionen das öffentliche Leben lahmlegen – ohne zu übertreiben. Man kann von Glück reden, dass das meiste am Sonntag passieren wird, wo auf den Straßen ohnehin weniger los ist. Trotzdem ist dieser Schneesturm mit Vorsicht zu genießen. Wir halten euch auf dem Laufenden.

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