
Die Stadt Norderstedt (Kreis Segeberg) muss sparen – und prüft dabei auch, ob die Freiwillige Feuerwehr Harksheide künftig ohne eigenen Standort auskommen soll. Entschieden ist noch nichts. Bei den Ehrenamtlichen sorgt die Idee dennoch für große Unruhe.
Hintergrund ist das Konsolidierungskonzept „Mission 30“, das Oberbürgermeisterin Katrin Schmieder gemeinsam mit dem Ersten Stadtrat Dr. Christoph Magazowski und der Zweiten Stadträtin Kathrin Rösel vorgestellt hat. Ziel ist es, bis zum Jahr 2030 bis zu 30 Millionen Euro im städtischen Haushalt einzusparen. Die Verwaltung rechnet für das laufende Jahr mit einem Minus von bis zu 37 Millionen Euro, für 2027 mit einem Defizit von 53 Millionen Euro.
Zu den im Konzept genannten möglichen Strukturentscheidungen gehört neben weniger Friedhofs- und Spielplatzstandorten auch die Feuerwehr. Wörtlich heißt es: „Geprüft wird eine Planung ohne einen eigenen Standort der Freiwilligen Feuerwehr Harksheide im FTZ und eine mögliche Integration in die übrigen drei Freiwilligen Feuerwehren.“ Maßstab blieben „Brandschutz, Hilfsfristen und Einsatzfähigkeit“.
Die Ortswehr Harksheide rückt nach Angaben der Feuerwehr Norderstedt mit rund 80 Einsatzkräften in erster Instanz für den Stadtteil Harksheide und Norderstedt-Mitte aus und ist damit für mehr als 24.000 Einwohnerinnen und Einwohner zuständig. Sie gehört außerdem zur 9. Feuerwehrbereitschaft des Kreises Segeberg.
Am Montagabend, 26. Oktober, befasste sich der Hauptausschuss erneut mit den Sparplänen. Nach Medienberichten musste die Sitzung wegen des großen Andrangs vom Sitzungs- in den Plenarsaal verlegt werden; vor dem Rathaus standen mehrere Einsatzfahrzeuge. „Da habe ich natürlich unsere Kameraden mobilisiert, um zu sagen, wir wollen einfach mal geschlossen auftreten, Stärke zeigen“, sagte Ortswehrführer Henrik Liesner. „Und wir waren mit über 40 Kameraden da.“
Liesner warnt vor den Folgen einer Auflösung: „Die Emotionen werden so hochkochen, dass viele mit Sicherheit sagen werden, dann lasse ich das Hobby lieber ganz sein und such mir was anderes.“ Von der Politik hätte er sich mehr erhofft: „Ein kleines Statement aus Richtung der Politik, dass man sagt, die Feuerwehr ist uns wichtig. Wir brauchen die, wir machen die nicht zu. Das fehlt mir so ein bisschen.“ Die Oberbürgermeisterin erklärte nach Medienberichten in der Sitzung, Harksheide sei exemplarisch dafür, bei der Haushaltskonsolidierung wirklich alles hinterfragen zu wollen.
Wie es weitergeht, ist offen. Auf der Tagesordnung stand ein gemeinsamer Antrag der FDP-Fraktion und der Fraktion WiN/FW für eine Klausurtagung des Hauptausschusses zum Nachtragshaushalt. Nach Medienberichten fand er eine Mehrheit; die Klausur soll am 1. November stattfinden. „Es war tatsächlich ein sehr zähes Ringen“, sagte Ausschussvorsitzender Gunnar Becker. Die Zeit drängt: „Die Kommunalaufsicht hat klar gesagt, wenn der Nachtragshaushalt nicht beschlossen werden würde in der Stadtvertretung am 17.11., wird es in diesem Jahr wohl keine Genehmigung mehr geben können.“ Ob die Wache Harksheide tatsächlich wegfällt, ist damit nicht entschieden.
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