Schwere Waldbrände in Chile: Notstand ausgerufen – mindestens 19 Tote

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Foto: Symbolbild

Chile erlebt aktuell eine der schwersten Waldbrandlagen der letzten Jahre. Vor allem die Regionen Biobío und Ñuble im Zentrum-Süden des Landes stehen seit Tagen unter massivem Brandgeschehen. Die Regierung hat aufgrund der dramatischen Entwicklung den Katastrophenfall ausgerufen, um zusätzliche Ressourcen schnell mobilisieren zu können.

Nach offiziellen Angaben kamen bisher mindestens 19 Menschen in Zusammenhang mit den Bränden ums Leben. Rettungs- und Erkundungsteams gehen jedoch davon aus, dass diese Zahl weiter steigen kann. Etwa 50.000 Einwohnerinnen und Einwohner mussten ihre Häuser verlassen oder wurden durch Einsatzkräfte in Sicherheit gebracht. Hunderte Gebäude wurden beschädigt oder vollständig zerstört. Besonders betroffen sind unter anderem Orte wie Penco, Lirquén und Teile von Concepción.

Bereits seit Beginn des Sommers auf der Südhalbkugel herrschen in Chile außergewöhnlich ungünstige Bedingungen für Vegetationsbrände: extreme Hitze, starke Winde und sehr trockene Luft begünstigen ein schnelles Feuerwachstum und erschweren die Brandbekämpfung erheblich. Behörden melden weiterhin rund zwei Dutzend aktive Brandherde, von denen viele noch nicht unter Kontrolle sind.

Im Einsatz stehen neben der Feuerwehr auch militärische Kräfte, Katastrophenschutzeinheiten sowie zahlreiche freiwillige Helfer. Die Maßnahmen umfassen neben direkter Brandbekämpfung auch Evakuierungen, Absperrungen und Schutzmaßnahmen für kritische Infrastruktur. In Teilen der betroffenen Regionen gelten zudem zeitweise Sonderregelungen und Einschränkungen für die Bevölkerung, um weitere Gefährdungen zu verhindern.

Chile kämpft nahezu jedes Jahr im Sommer mit ausgeprägten Waldbrandereignissen, doch die aktuelle Lage zählt bereits jetzt zu den schwersten der vergangenen Jahre. Die Behörden warnen vor weiter steigenden Temperaturen und zunehmender Windaktivität, weshalb neue Brandentwicklungen nicht ausgeschlossen werden können.