Großbrand zerstört Kehlsteinhaus am Obersalzberg weitgehend – 33-Jähriger unter Brandstiftungsverdacht

Das Kehlsteinhaus oberhalb von Berchtesgaden ist in der Nacht auf Samstag bei einem Großbrand fast vollständig zerstört worden. Verletzt wurde niemand. Die Kriminalpolizei Traunstein ermittelt wegen des Verdachts der Brandstiftung, ein 33-jähriger Tatverdächtiger wurde festgenommen.

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Ortsansicht von Berchtesgaden mit Bergen im Hintergrund
Berchtesgaden, aufgenommen im November 2024 (Archivbild). Hoch über dem Ort liegt am Obersalzberg das Kehlsteinhaus, das in der Nacht zum 24. Oktober weitgehend ausbrannte. Foto: Archiv/Rico Löb

Das Kehlsteinhaus am Obersalzberg in Berchtesgaden (Landkreis Berchtesgadener Land) ist am Freitagabend, 23. Oktober 2026, in Vollbrand geraten und dabei fast vollständig zerstört worden. Nach derzeitigem Stand wurde niemand verletzt; Personen befanden sich zum Zeitpunkt des Brandausbruchs nicht im Gebäude.

Alarm über die Brandmeldeanlage

Gegen 21.15 Uhr ging bei der Integrierten Leitstelle Traunstein ein Alarm der Brandmeldeanlage des Kehlsteinhauses ein. Die alarmierten Feuerwehren konnten bereits auf der Anfahrt deutlich sichtbare Flammen wahrnehmen. Die ersten Einsatzkräfte trafen um 21.52 Uhr ein und stellten den Vollbrand des Gebäudes fest.

Die Anfahrt zum exponiert gelegenen Brandort und die anschließenden Löscharbeiten gestalteten sich schwierig. Das nähere Umfeld und das Gebäude selbst konnten nur mit schwerem Atemschutz betreten werden. Regen und Schneefall behinderten den Einsatz zusätzlich.

Rund 200 Rettungs- und Einsatzkräfte von Feuerwehren aus sechs Gemeinden, der Kreisbrandinspektion, dem Bayerischen Roten Kreuz, der Bergwacht sowie der Polizei waren die ganze Nacht über im Einsatz. Die Nachlöscharbeiten dauerten am Samstag weiter an. Der Bereich ist gesperrt, zudem besteht eine Flugverbotszone für Drohnen. Wanderer und Bergsteiger werden gebeten, die Region um das Kehlsteinhaus großräumig zu meiden.

Tatverdächtiger festgenommen

Die Kriminalpolizei Traunstein ermittelt unter Sachleitung der Staatsanwaltschaft Traunstein wegen des Verdachts eines Brandstiftungsdelikts. Laut Polizeieinsatzleiter Gerhard Holzinger sei den Einsatzkräften „auf der Anfahrt ein Fahrer auf einem roten Motorrad ohne Kennzeichen entgegengekommen“. Gegen 21.45 Uhr wurde der Mann im Umfeld des Brandortes vorläufig festgenommen. Es handelt sich um einen 33-jährigen Deutschen mit Wohnsitz in Berlin.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft haben sich „konkrete Anhaltspunkte für mögliche psychische Erkrankungen des Beschuldigten ergeben“. Ein psychiatrisches Kurzgutachten diagnostizierte eine psychische Erkrankung. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft erließ der Ermittlungsrichter am Samstag einen Unterbringungshaftbefehl wegen eines Brandstiftungsdelikts; der Mann wurde vorläufig in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht. Auch ein mögliches politisches Motiv wird geprüft. Ein gefahrloses Betreten des Gebäudes ist den Brandermittlern bislang nicht möglich; die Untersuchungen sollen mit einem Sachverständigen des Bayerischen Landeskriminalamts fortgeführt werden.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann kündigte an, dass das Kehlsteinhaus wieder aufgebaut werden soll: „Wir werden da kaum eine Ruine stehen lassen können.“

Hintergrund: Das Kehlsteinhaus

Das Kehlsteinhaus liegt auf rund 1.834 Metern Höhe oberhalb von Berchtesgaden. Es wurde von den Nationalsozialisten für Adolf Hitler als Repräsentationsgebäude errichtet und ist international auch als „Eagle’s Nest“ bekannt. Zuletzt wurde es als Berggaststätte betrieben und sollte in dieser Saison noch bis zum 8. November geöffnet sein.

Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung erstellt und redaktionell geprüft.