Steuer gezahlt, Beutel gezählt: Paar räumt in Halver Kotbeutel-Spender leer

Spätabends an der Von-Vincke-Straße: Eine Polizeistreife ertappt in Halver ein Paar beim Plündern eines Hundekotbeutel-Spenders. Die Begründung der beiden – die Hundesteuer – überzeugt die Beamten nicht.

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Grüner Hundekotbeutel-Spender mit gelbem Hunde-Aufkleber und Entnahmeschlitz, daneben ein Abfallbehälter, im Hintergrund Rasen.
Symbolbild: Ein Hundekotbeutel-Spender mit Abfallbehälter an einer Grünfläche. Foto: Symbolbild/RitaE (Pixabay)

Hundekotbeutel gehören zu den eher unscheinbaren Dingen des städtischen Lebens: Sie hängen im Spender, werden gebraucht, wenn es so weit ist, und sind ansonsten kaum der Rede wert. In Halver im Märkischen Kreis haben sie es am Mittwochabend trotzdem in den Polizeibericht geschafft.

Gegen 23.15 Uhr fiel einer Polizeistreife an der Von-Vincke-Straße ein Paar auf, das sich am dortigen Hundekotbeutel-Spender zu schaffen machte – und zwar nicht mit einem einzelnen Beutel für den nächsten Gassigang, sondern gründlich. Als der Streifenwagen wendete, traten die beiden den Rückzug an.

Was folgte, war eine Unterhaltung mit wechselnder Strategie. Zunächst gaben die Frau und der Mann vor, kein Deutsch zu verstehen. Danach wollten sie ihre Personalien nicht herausgeben. Schließlich fanden die 50-Jährige und der 45-Jährige dann doch Worte: Sie zahlten Hundesteuer und hätten deshalb auch ein Recht auf die Beutel.

Die Beamten ließen sich von dieser eigenwilligen Rechnung nicht beeindrucken. Sie fertigten Anzeigen wegen Diebstahls gegen das Paar. Wer einen öffentlichen Spender leer räumt, muss also damit rechnen, dass die Polizei das nicht als Selbstbedienung im Rahmen der Steuerpflicht durchgehen lässt.

Die Bilanz des Abends lässt sich exakt beziffern: 124 sogenannte Bello-Beutel stellten die Polizisten sicher. Die Beutel gingen anschließend an die Stadt zurück – zum Wohl aller Hundehalterinnen und Hundehalter, die ebenfalls Hundesteuer zahlen und sich mit einem Beutel pro Gassigang begnügen.