Görlitz/Zgorzelec: Grenz-Protest an der deutsch-polnischen Grenze

Görlitz– Hunderte Menschen versammelten sich gestern Abend an der deutsch-polnischen Grenze, um gegen die aktuelle Situation zu protestieren.

Hintergrund der Proteste sind die Einreisebeschränkungen

Der Grund für die Proteste entlang der deutsch-polnischen Grenze sind die aktuellen Einreisebeschränkungen, die zur Eindämmung des Coronavirus beitragen sollen. Seit Sonntag den 15. März 00.00 Uhr, ist die Einreise nach Polen an den Grenzen nur noch in Ausnahmefällen möglich. Vorerst bis zum 03.05.2020 befristet, wurden Grenzkontrollen eingeführt.

Berufspendler müssen nach ihrer Rückkehr nach Polen in eine 14- tägige häusliche Quarantäne. Ausnahmen gibt es momentan nur für Fahrer im Personen- und Güterverkehr.

Mit diesem Protest wollen die Menschen dafür sorgen das man nach der Arbeit nach Hause darf.

WPUŚĆCIE NAS DO PRACY! Lasst uns zur Arbeit!
WPUŚĆCIE NAS DO DOMU! Lasst uns nach Hause!

Emotional aber friedlich 

Viele Familien trifft die Grenzschließung hart. Viele Teile von Familien, die in Görlitz arbeiten, leben inzwischen in Görlitz und können ihre Familien im benachbarten Zgorzelec nicht besuchen, da sie sich in Quarantäne begeben müssten und so nicht zurück zu ihrer Arbeit kommen würden. Derzeit pendeln etwa 125.000 Menschen von Polen nach Deutschland.

Ein Vater und sein Kind werden auf der Altstadtbrücke von einem Zaun getrennt. Polizisten wollen den Jungen zurückhalten. Ein emotionaler Moment, der vielen Menschen durch die Haut geht.

Kein Handeln der Polizei notwendig 

Auf beiden Seiten der Grenzen war die Polizei vor Ort. Wie die Polizei mitteilte, war ein Handel der Beamten auf deutscher Seite nicht notwendig. Zu Beginn des Protests wurde lediglich die Grenze auf der deutschen Seite für den Autoverkehr gesperrt, um so keine Gefährdung für die anwesenden Menschen zu riskieren. Auch auf polnischer Seite, so ein Kontakt, musste die Polizei nicht aktiv werden. Der Protest ging friedlich zu Ende.

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